Bergische Uni gibt Tipps

Pandemie erschwert das Auslandsstudium

Jana Stellmann und ihre Kollegen leisten im International Center der Universität Unterstützung zum Thema Auslandsaufenthalt. Foto: A. Fischer
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Jana Stellmann und ihre Kollegen leisten im International Center der Universität Unterstützung zum Thema Auslandsaufenthalt.

Wuppertal. „Die letzten anderthalb Jahre waren sehr nervenaufreibend“, sagt Jana Stellmann vom International Center der Bergischen Universität Wuppertal. Sie koordiniert Auslandsaufenthalte von Studenten.

Von Anne Palka

2020 konnten viele nicht durchgeführt werden (|Infokasten). Nun sagt Stellmann: „Es geht bergauf.“ 2021 fanden wieder mehr Aufenthalte statt. Wenn jetzt noch Aufenthalte abgesagt werden, liege das häufig daran, dass Partneruniversitäten den Austausch aussetzen oder nur digital anbieten. Einige Wuppertaler Studenten sind schon wieder aus dem Ausland zurück oder gerade vor Ort. „Wir müssen es hinkriegen, dass sie trotzdem einen schönen Auslandsaufenthalt haben.“

Einreise ist in einige Länder weiterhin nicht möglich

Viele berichteten von guten Erfahrungen an den Partneruniversitäten. Doch es gibt auch noch Probleme. In bestimmte Länder ist die Einreise nicht möglich. „Große Schwierigkeiten gibt es weiterhin bei Ländern wie Japan, China, Neuseeland und Australien. USA ist ab jetzt wieder möglich“, sagt Stellmann. Auch andersherum haben Studenten aus dem Ausland Schwierigkeiten, nach Wuppertal zu kommen. In einigen Ländern gebe es bei den Botschaften sehr lange Wartezeiten für Visa, beispielsweise in Marokko, der Türkei, im Iran, in Bangladesch und Pakistan.

Hinzu kommt das Problem der Impfungen. Die USA haben angekündigt, dass entschieden werden könnte, dass zukünftig nur noch vollständig Geimpfte einreisen dürfen. Jetzt schon erleichtern Impfungen die Einreise in einige Länder oder den Aufenthalt dort. Doch nicht in jedem Land wird jeder Corona-Impfstoff gleichermaßen anerkannt. In Deutschland haben beispielsweise einige Menschen eine Kreuzimpfung mit Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna bekommen. In manchen Ländern gelten sie damit quasi als nicht geimpft.

„Andersherum kommt das häufiger vor“, sagt Stellmann. Russische Studenten, die mit dem Impfstoff Sputnik geimpft wurden, gelten in Deutschland nicht als immunisiert. Teilweise gebe es Angebote an Partneruniversitäten, noch eine weitere Impfung zu erhalten. Auch die ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland schreibt am 23. September, dass eine zusätzliche Impfung mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff möglich ist. In Wuppertal können sich Gaststudenten und -wissenschaftler bis Ende des Jahres kostenlos testen lassen, um an den Präsenzangeboten der Universität teilzunehmen.

Die Studenten bekommen im International Center Unterstützung, müssen sich letztlich aber selbst über die geltenden Bedingungen informieren. „Wir sagen auch immer, wir sind kein Reisebüro.“ In wenigen Studiengängen sind Auslandsaufenthalte verpflichtend, zum Beispiel bei den Angewandten Kultur- und Wirtschaftsstudien mit deutsch-französischer Kooperation mit der Universität in Besançon und im Masterstudium Politikwissenschaft mit Doppelabschluss mit der Andrássy Universität Budapest. „Es musste schnell gehandelt werden, wir mussten Lösungen finden.“ So wurde die Reihenfolge des Studienverlaufs geändert, es konnten andere Leistungen eingereicht werden oder das Auslandssemester wurde digital vom heimischen Schreibtisch absolviert. Das könne die interkulturellen Kompetenzen natürlich nicht so stark steigern. „Der Zuspruch für ein Studium im Ausland, insbesondere ins europäische Ausland, ist nach wie vor groß“, sagt Jana Stellmann. „Die Studierenden haben sich schnell und verantwortungsbewusst auf die äußerst schwierige Pandemiesituation eingestellt.“

Hintergrund

Förderzusagen: Im Jahr 2020 gab es für Studenten der Wuppertaler Universität 115 Förderzusagen für das Erasmus+-Programm in Europa und 19 für das Promos-Programm außerhalb Europas, davon wurden 80 beziehungsweise 12 Aufenthalte abgesagt.

Wintersemester: Für das Wintersemester wurden 725 internationale Studenten in Wuppertal zugelassen, wie viele sich tatsächlich einschreiben, steht im Oktober fest. Die meisten kommen aus Indien, Syrien, dem Iran, Marokko, Kamerun und der Türkei.

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