Umfrage

Orte der Begegnung mit Optimierungspotenzial

Über den Von-der-Heydt-Platz wird derzeit viel diskutiert.
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Über den Von-der-Heydt-Platz wird derzeit viel diskutiert.

Wuppertal. Manche Plätze in Wuppertal sind echte Treffpunkte, manche verwaist. Die Stadt macht eine Umfrage zur Ursachenforschung.

Von Katharina Rüth und Bernhard Romanowski

Die Stadt hat eine Umfrage begonnen, bei der sie die Wuppertalerinnen und Wuppertaler zu ihrer Meinung nach Plätzen in der Stadt fragt. Dabei geht es vor allem um mögliche Konflikte bei der Nutzung durch unterschiedliche Gruppen. Der ein oder andere Platz ist attraktiver als der andere, bei manchen fehlen Konzepte.

Nicht weit vom derzeit viel diskutierten Von-der-Heydt-Platz liegt der Kerstenplatz, ein eher kleiner Platz, an dem aber zu Geschäftszeiten einiges los ist. Er hat, was dem Von-der-Heydt-Platz fehlt: mächtige, schattenspendende Bäume. Sie sollen bei der Umgestaltung im Rahmen des Projekts „Elberfeld 2030“ erhalten bleiben. Bänke um die Bauminsel herum sollen künftig Sitzgelegenheiten außerhalb der Gastronomie bieten. Die Umbauten des Kerstenplatzes sind aber erst für Ende 2023, Anfang 2024 vorgesehen. Zum Konzept gehört auch ein Trinkbrunnen. Wer sich ausruhen will, tut das auf den Stufen zur Passage im Commerzbank-Gebäude oder auf den Stühlen der Restaurants und Cafés. „Für unser Geschäft ist es ein Premium-Platz“, sagt Tolgahan Ücünü, der die Mittagsschicht im Kiosk seines Sohnes auf dem Platz übernommen hat. Ein paar Meter weiter steht ein großes Schild mit Informationen zur geplanten Umgestaltung des Areals Alte Freiheit/Poststraße/Kerstenplatz. Der Kerstenplatz erhält wie der gesamte Bereich ab der Alten Freiheit neues helleres Pflaster. Wenn das verlegt wird, zieht das Kioskhäuschen um. Wann genau das sein wird, weiß Ücünü nicht. Er rechnet damit, dass es in den ersten Monaten des kommenden Jahres so weit sein wird.

Manche Plätze bieten viel Platz, der wird aber kaum genutzt

Verbesserungsbedarf gibt es in der Barmer Innenstadt am Geschwister-Scholl-Platz. Hier gibt es Bäume und viel Platz, der aber nur zum Teil genutzt wird. Mehrere Gastronomiebetriebe haben hier ihre Tische aufgestellt. Dazu gehört Angelo Furfaro mit seinem Eiscafé Wundertüte. Seine Nutzfläche würde er gern vergrößern, aber ihm fehle einfach das Personal, sagt er. Auf das Grün auf dem Platz könnte er verzichten, wenn sie dort etwas für die Kinder installierten, sagt er. Ihm werde immer ganz anders, wenn er die Kleinen auf der Statue herumklettern sieht. Auch Sitzbänke über den Platz verteilt fände er dort nicht schlecht. Außerdem hofft er auf das neue Pflaster, mit dem der Werth selbst zu einem „Kulturteppich“ umgestaltet werden soll. Die Arbeiten dafür sollen im Frühjahr beginnen.

Auch Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) sitzt gern auf dem Platz und würde sich wünschen, dass er besser genutzt wird. Dafür fehlten weitere Geschäfte. „Es gab mal die Idee, einen Pavillon für ein Café aufzustellen, aber damals hat die Architektin des Platzes das verhindert“, erinnert er sich. Weitere Gastronomie biete sich jedoch derzeit nicht an. Lücke setzt auf die Eröffnung der geplanten Museen am Werth: das Schulmuseum und die „Zeitreise“ mit der Schwebebahn. Die zögen hoffentlich mehr Publikum an – und damit auf den Platz.

In Vohwinkel ist der Lienhard-Platz an Markttagen und bei Veranstaltungen belebt, sonst weniger. Denn die Hoffnungen auf Außengastronomie am Neubau auf der östlichen Seite haben sich zerschlagen. Der Mitarbeiter im Hähnchenstand (19) hat besonders die Kirmes dort in bester Erinnerung, auch wenn er meint, dass sie früher größer gewesen sei als heute. Ihm fällt auf Anhieb nichts ein, was den Platz verbessern könnte: „Er ist okay so, wie er ist.“ Die Jugend treffe sich an anderen Orten, sagt er, einen Katzensprung entfernt liege ein Spielplatz für kleine Kinder. Sonst gibt es eher wenig Passanten. Eine ältere Dame mit Einkaufstaschen ruht kurz auf einer Bank aus, eine rund achtköpfige Gruppe aus Menschen verschiedenen Alters verbringt dort die Zeit mit Bier und Musik. Bezirksbürgermeister Georg Brodmann (SPD) sagt: „Der Platz könnte sicher optimaler gestaltet werden.“ Dafür brauche es aber Fachleute, weitere Bänke aufzustellen, sei zu wenig. Mit einigen Vorschlägen der Grünen wolle sich die Bezirksvertretung im kommenden Jahr beschäftigen, so Brodmann.

Gut funktioniert der Bandwirkerplatz in Ronsdorf. Als Teil der Innenstadt des Stadtteils ist er Treffpunkt für viele, wie tägliche Rentnertreffs und zahlreiche Einkäufer. Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes (SPD) sagt, die Mischung zwischen Begrünung, Sitzgelegenheiten, Geschäften und Gehwegen scheine zu passen. Zudem gibt dort auch Spielgeräte für Kinder. Die Geschäfte um das Bandwirkerdenkmal an der Staasstraße ziehen ebenso Menschen an wie das Verwaltungshaus mit Bibliothek, das Bürgerbüro und einem Café sowie der kleine Wochenmarkt. Durch Kurzzeitparkplätze sei der Platz gut erreichbar, laut werde es aber durch die Verkehrsberuhigung nicht. Da sieht Harald Scheuermann-Giskes aber noch Verbesserungspotenzial: „Wir könnten darüber nachdenken, die Staasstraße am Wochenende vom Markt bis zur Sparkasse zur Fußgängerzone zu machen.“

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