Ordnungsamt fängt nicht jede Katze ein

Die Stadt Wuppertal hat ihre Regeln fürs Aufnehmen von Fundkatzen verändert. Das sorgt für Diskussionsstoff. Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa
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Die Stadt Wuppertal hat ihre Regeln fürs Aufnehmen von Fundkatzen verändert. Das sorgt für Diskussionsstoff. Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa

Mitgenommen werden nur verletzte und unterernährte, scheinbar wildlebende Tiere

Von Miriam Karout

Wuppertal Damit das Ordnungsamt der Stadt Wuppertal nicht ständig fälschlicherweise freilaufende Katzen einsammelt, sollen Mitarbeiter keine gepflegten und gesund aussehenden Tiere mehr mitnehmen. Ruft ein besorgter Wuppertaler beim Ordnungsamt an, um eine vermeintlich weggelaufene Katze zu melden, heißt es also zunächst: „Ist das Tier verletzt?“ Denn bei gepflegten und gesund wirkenden Tieren kann es sich auch um eine freilaufende Katze handeln.

Frei herumlaufende Katzen würden demnach nur dann vom Ordnungsamt eingefangen werden, wenn diese offensichtlich verletzt oder ausgehungert erscheinen, berichtet ein Wuppertaler, der selbst Mitarbeiter des Ordnungsamtes ist und deshalb seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Als Katzenbesitzer sehe er diese Handhabung der Stadt sehr problematisch: „Das ist so, als würde man etwas verlieren und es dann nur zurückbekommen dürfen, wenn es kaputt ist.“

Zahlreiche Besitzer wollen nicht zahlen

Die Stadt erklärt, dass man sich immer nach dem Pflege- und Gesundheitszustand der Katze richte. Denn sonst würden viele Freigänger eingesammelt werden. Dies wäre eine Gratwanderung, weil freilaufende Katzen auch mal in einem Garten auftauchen, in dem sie vorher noch nicht waren. Es gebe Katzen, die immer Hunger haben oder menschenfreundlich sind und sich schnell an einen fütternden Nachbarn gewöhnen. So laufen Katzen, die einen Besitzer haben, auch mal ein paar Häuser weiter, um eine Leckerei zu ergattern. Wird dann eine freilaufende Katze eingesammelt, müsse der Besitzer in der Regel für die Kosten von 71,70 Euro, die für den Transport und die Versorgung des Tiers anfallen, aufkommen.

Hat die Katze einen Chip, wird dieser ausgelesen und sie findet schnell zurück zu ihrem Besitzer. Aber die Kapazitäten, jeden Streuner einzusammeln, habe die Stadt nicht und auch Besitzer von freilaufenden Katzen seien damit nicht zufrieden. Einige wollen die Kosten nicht übernehmen und letztendlich muss die Stadt Wuppertal sie decken.

Eingefangen werden Katzen, die struppig aussehen, eventuell Parasiten oder einen Katzenschnupfen haben, verletzt sind oder angefahren worden. Diese Tiere würden zunächst zum Katzenschutzbund gebracht, medizinisch behandelt und gegebenenfalls kastriert.

Anke Stein vom Katzenschutzbund Wuppertal kann diesen Weg verstehen, sei aber persönlich nicht dafür. Sie befürworte, dass alle Katzen, die dem Amt gemeldet werden, eingesammelt werden müssten. Es gebe Katzen, die aus dem Fenster gesprungen seien und auch noch Tage später gesund und gepflegt wirken. Dass manche Katzenbesitzer von Freiläufern für die Kosten nicht aufkommen möchten, sollte ihr Tier einmal eingesammelt werden, kann Stein nicht nachvollziehen. „Es ist traurig, weil es genug Tiere gibt, die vermisst werden“, sagt sie. „Keine Katze hat auf dem Fell stehen, ob sie Freigänger ist oder entlaufen. Die Tiere müssen geholt werden, aber die Besitzer müssen dafür aufkommen. Wenn ich will, dass meine Katze freilaufend ist, dann muss ich dafür aufkommen.“

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