Kultur

Oper: Ein Neubau würde viele Vorteile bieten

Die imposante Inszenierung von „Xerxes“ begeisterte vor einem Jahr zumindest virtuell von Düsseldorf aus die Opernfans. Auf welcher Bühne künftig gespielt wird - darum geht es derzeit in der Landeshauptstadt. Verschiedene Möglichkeiten sind im Gespräch; ein Neubau scheint wahrscheinlich. Archivfoto: Hans Jörg Michel
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Die imposante Inszenierung von „Xerxes“ begeisterte vor einem Jahr zumindest virtuell von Düsseldorf aus die Opernfans. Auf welcher Bühne künftig gespielt wird - darum geht es derzeit in der Landeshauptstadt. Verschiedene Möglichkeiten sind im Gespräch; ein Neubau scheint wahrscheinlich.

Diskussion über Zukunft des Düsseldorfer Opernhauses nimmt Fahrt auf – die Investition ist in jedem Falle hoch

Von Stephan Eppinger

Düsseldorf. Die sieht die Zukunft des Düsseldorfer Opernhauses aus? Seit März 2019 lief dazu eine Analyse. Zum einen sollte das Bestandsgebäude am Hofgarten untersucht, zum anderen die Varianten „Sanierung“, „erweiterte Sanierung“ und „möglicher Neubau“ geprüft werden. Sowohl die Ergebnisse der Untersuchungen und Prüfungen als auch ein Konzept zur Öffentlichkeitsbeteiligung liegen nun vor.

Im Bestandsgebäude liegt eine Vielzahl baulicher, technischer und funktionaler Mängel vor. Die Folge ist ein hoher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf. Die räumlichen Gegebenheiten des ursprünglich 1875 als Stadttheater errichteten Gebäudes sind nicht für einen zukunftsfähigen Opernspielbetrieb ausgerichtet. Dies zeigt sich vor allem im Hinterhaus, das nicht durch den Krieg zerstört wurde. Insbesondere fehlen eine zweite Seitenbühne sowie Proberäume. In einigen Bereichen sind Flächenerweiterungen erforderlich, um die Vorgaben der Arbeitsstättenrichtlinien zu erfüllen. Unabhängig von einer politischen Entscheidung über die Zukunft des Opernhauses mussten bereits Maßnahmen eingeleitet werden, um den Spielbetrieb sicher zu stellen.

Variante 1: Die Basissanierung – Bestandsschutz ginge verloren

Auf Basis des Nutzerbedarfsprogrammes wurden verschiedene Varianten für einen weiteren Umgang mit dem Opernhaus am derzeitigen Standort Hofgarten untersucht: Bei einer Basissanierung würden durch die Umstrukturierung des Hinterhauses die dringlichsten funktionalen Mängel des Gebäudes behoben werden. Die dezentral angemieteten Flächen etwa für Probenräume würden weitestgehend dezentral verbleiben. Die vorhandenen Einrichtungen würden bei einer Sanierung ihren Bestandsschutz verlieren, so dass diese ganzheitlich erneuert und die geltenden baurechtlichen Anforderungen umgesetzt werden müssten.

Variante 2: erweiterte Sanierung – zusätzliche Bühnen

Bei der sogenannten erweiterten Sanierung würden die vorliegenden funktionalen Mängel weitestgehend behoben werden. Zusätzlich würde jedoch das Opernhaus durch die Neustrukturierung des Hinterhauses und mit Hilfe eines nördlichen Erweiterungsbaus unter anderem eine zweite Seitenbühne und eine Studiobühne erhalten. Zudem würden dezentrale Flächen in reduziertem Maß in das Raumprogramm aufgenommen werden. Der Verlust des Bestandsschutzes tritt ebenso wie bei der Basissanierung ein.

Variante 3: Neubau – 716 Millionen Euro stehen im Raum

Für einen möglichen Neubau wurde eine exemplarische Studie für den Standort am Hofgarten durchgeführt – die Studie lässt sich aber auch auf andere Standorte übertragen. So könnten eine Studiobühne, eine zweite Seitenbühne, Probebühnen, Parkplätze und Flächen für die Öffentlichkeit geschaffen werden. Die kommunalen Flächen sollen der Öffentlichkeit außerhalb des Spielbetriebes zugänglich sein und dem Opernhaus eine Öffnung für ein breiteres Publikum ermöglichen. Bürger sollen hier verweilen und sich treffen können Die derzeit dezentral angemieteten Flächen würden größtenteils in das Opernhaus integriert.

Je nach Standort und Flächenangebot könnte der Neubau mit einem reduzierten oder vollen Raumprogramm umgesetzt werden. Bei einem Neubau am jetzigen Standort wären der Abbruch des Bestandsgebäudes und die Einrichtung einer Interimsspielstätte erforderlich.

Eine Neubaulösung würde laut Stadt folgende Chancen bieten: die Oper als neuer architektonischer Impuls im städtebaulichen Gesamtkontext, die Umsetzung von neuen Konzepten im Betrieb, eine Architektur, die sich der Öffentlichkeit zuwendet, ein zukunftsfähiger Bühnenbetrieb, mehr Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in einem neuen, optimierten Gebäude, sowie eine deutliche Minimierung der Risiken für Planung und Bauen. Die vorläufigen und ausschließlich auf dem aktuellen Wissenstand beruhenden Kostenrichtwerte bewegen sich zwischen mindestens 457 Millionen Euro für die Basissanierung bis zu mindestens 716 Millionen Euro für einen Neubau im Hofgarten.

Ersatzspielstätte

Für eine Ersatzspielstätte bei einer Sanierung des Opernhauses sowie den möglichen Neubau an einem alternativen Standort wurde eine Analyse des Düsseldorfer Stadtgebietes durchgeführt. Es wurden 28 Standorte betrachtet. Diese erstrecken sich über das gesamte Stadtgebiet (etwa Hofgarten, Hafen, ehemaliger Kaufhof-Standort Am Wehrhahn). Nun soll die Eignung einzelner Standort vertieft geprüft werden.

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