NRW-Landesverband

THW bezieht Leitstelle in Hilden

THW Neubau am Westring: THW-Landesbeauftragte für Nordrhein-Westfalen Dr. Hans-Ingo Schliwienski
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THW Neubau am Westring: THW-Landesbeauftragter für Nordrhein-Westfalen Dr. Hans-Ingo Schliwienski.

Der NRW-Landesverband des Technischen Hilfswerks zieht um. Das Logistik-Zentrum soll spätestens im Juli starten.

Von Christoph Schmidt

Hilden. Ob im Schneesturm wie vor kurzem auf der vereisten A2, bei Hochwasser oder beim Einsturz eines Bürohauses in Düsseldorf im Juli vergangenen Jahres: Die Helfer des Technischen Hilfswerks sind zur Stelle. Das THW ist neben der Freiwilligen Feuerwehr eine der größten Katastrophenschutz-Organisationen des Landes. Und der größte der acht Landesverbände ist jetzt in Hilden zu Hause.

NRW-Landesbeauftragter Dr. Hans-Ingo Schliwienski ist mit dem Team seiner Landesverbandsdienststelle von Heiligenhaus nach Hilden umgezogen: „Dadurch haben sich die Arbeitsbedingungen im Vergleich zu dem ehemaligen Bundeswehr-Depot in Heiligenhaus wesentlich verbessert. In Hilden hat jeder Mitarbeiter ein eigenes Büro.“ Dazu ist die Regionalstelle Düsseldorf von Ratingen nach Hilden verlegt worden. Beide haben zusammen rund 40 Mitarbeiter.

Wehrpflicht-Aussetzung war die einschneidendste Veränderung

Das Technische Hilfswerk beschäftigt in Nordrhein-Westfalen hauptamtlich rund 200 Mitarbeiter. Diese verteilen sich auf die zwölf Regionalstellen und die Landesverbandsdienststelle. Sie betreuen die 127 Ortsverbände und sind die Schnittstelle zu anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, zu Politik, Wirtschaft und den Verwaltungen auf Regional- und Landesebene. Die einschneidendste Veränderung in den vergangenen 25 Jahren sei die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 gewesen, sagt Schliwienski: „Damit fiel der Wehrersatzdienst ersatzlos weg, und wir mussten unsere Öffentlichkeitsarbeit verstärken. Es ist uns aber gelungen, genügend Freiwillige für das THW zu gewinnen.“

2019 haben die 18 000 Helfer des THW in Nordrhein-Westfalen rund 1,9 Millionen Dienststunden geleistet, darunter 95 000 im Einsatz, 30 000 im Rahmen sonstiger technischer Hilfeleistungen sowie 474 000 Stunden für Ausbildung und Lehrgänge.

Spätestens im Juli soll auch das angegliederte, neue Logistik-Zentrum des Technischen Hilfswerks – mit einigen Monaten Verspätung – seine Arbeit aufnehmen. Von hier bekommen die mehr als 80 000 ehrenamtliche Helfer bundesweit ihre persönliche Einsatzkleidung. Hier wird auch das technische Equipment für die rund 8400 Einsatzfahrzeuge in ganz Deutschland zentral beschafft.

THW beliefert Bundesbehörden mit Schutzausstattung

Das neue Hochregal-Lager fasst 8000 Paletten und ist damit doppelt so groß wie das alte in Heiligenhaus. In der Corona-Pandemie hat das Technische Hilfswerk sämtliche Bundesbehörden mit Schutzausstattung beliefert: Kanzleramt, Ministerien und Polizei sind nur einige Beispiele.

Zwei Jahre wurde ein neuer Standort für das Logistik-Zentrum gesucht. Für Hilden spricht unter anderem die hervorragende Verkehrsanbindung. Das Autobahnkreuz Hilden liegt von dem neuen Standort nur etwa vier Kilometer entfernt. Und auch der Flughafen Düsseldorf und die Rheinhäfen Düsseldorf und Neuss sind nur einen Katzensprung entfernt.

2020 hat der Bundestag das THW-Gesetz aus dem Jahr 1990 geändert. Das THW verzichtet künftig auf die Erstattung von Kosten, wenn es „im überwiegenden öffentlichen Interesse“ Städten und Gemeinden Amtshilfe leistet. Darüber hinaus können Ehrenamtlichen leichter für ihren Dienst freigestellt werden. In der Vergangenheit hatten Kommunen mitunter auf die Hilfe des Technischen Hilfswerks verzichtet, weil sie mögliche Kostenforderungen fürchteten.

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