Nur noch Schutt bleibt von A-3-Brücke

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Die Brückenhälfte Richtung Oberhausen wird laufend bearbeitet von den Baggern. Foto: Ralph Matzerath

Beton des alten Bauwerks am Hildener Autobahnkreuz wird abgebrochen.

Von Cristina Segovia Buendía

Hilden. Lärm hängt über der Baustelle, dicke Staubwolken steigen in die Luft. Das Stemmen ist kilometerweit zu hören. Sieben schwere Maschinen bohren, hämmern und knabbern am harten Material der 65 Meter langen und 26 Meter breiten Brücke (800 Kubikmeter Stahlbeton), die über 50 Jahre gute Arbeit leistete und zuletzt täglich rund 230 000 Pendler zuverlässig über das Kreuz Hilden beförderte.

Das Gerippe des Baus ragt bedrohlich heraus. Dicke Brocken plumpsen im Minutentakt auf die darunterliegenden Fahrbahnen der A 46, aufgefangen von 3000 Tonnen Sand, die den Belag schützen, weiterverarbeitet von weiteren schweren Maschinen, die die Brocken zerkleinern und abtransportieren.

Das Material habe angefangen zu rosten

Der Beton ist hartnäckig. „Der verbaute Stahl ist aber nicht gut“, sagt Romina Korrenz. Untersuchungen haben ergeben, dass der Stahl im Bauwerk Spannungsrisskorrosion aufweist. Billiges Material, das im Bauboom der 60er Jahre verwendet wurde und dessen Zugkraft langsam nachlässt. „Durch die Spannung und die enorme Belastung hat das Material angefangen zu rosten“, erklärt die Bauingenieurin des Landesbetriebs für Straßenbau (Straßen NRW). Im Klartext: Die Brücke könnte einstürzen.

Nicht sofort, betont Korrenz. „Vielleicht würde sie auch noch 20 Jahre halten. Aber wir wissen es eben nicht.“ Bis Ende 2020 soll daher eine neue Autobahnbrücke stehen. „Es handelt sich um einen reinen Ersatzbau. Viele glauben, wir würden das Kreuz verbreitern und ausbauen. Aber dem ist nicht so“, versichert Korrenz.

Bereits seit Herbst 2018 wurde die Maßnahme baulich vorbereitet und Behelfsbrücken errichtet. Die Verkehrsführung, gibt die Bauingenieurin zu, sei bei diesem Projekt die größte Herausforderung: „Wir befinden uns hier an einem neuralgischen Punkt und wir müssen zu jeder Zeit mindestens eine Fahrspur in jede Richtung aufrechterhalten.“ Ähnlich wie die Rettungskräfte seien auch die Mitarbeiter im Straßenbau regelmäßig Beschimpfungen ausgesetzt. Vollsperrungen seien nicht beliebig. Davor müssten viele Punkte abgeklärt werden – etwa, ob Bundesligaspiele oder Messen anstehen.

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