Neyetalsperre

Wupperverband sorgt sich nach Gülleunfall um Gewässer

Die ersten Opfer: In der Neye sterben die Fische.
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Die ersten Opfer: In der Neye sterben die Fische.

WIPPERFÜRTH Die Fäkalien, die in die Talsperre bei Wipperfürth geflossen sind, bedrohen jetzt heimische Gewässer.

Von Axel Richter

Vorweg: Das Remscheider Trinkwasser ist nach wie vor sauber. Der Gülleunfall an der Neyetalsperre in Wipperfürth hat keine Auswirkungen auf die Qualität dessen, was in Remscheid aus dem Hahn sprudelt.

Auch die Gewässer seien noch unbelastet, erklärte gestern der Wupperverband. Zwar besteht eine Ringleitung von der Neye- zur Eschbachtalsperre. Doch sei die Neyetalsperre komplett abgeriegelt. Dennoch, und das bereitete den Behörden am Freitag Sorgen, hat die Gülle, die von einem Bauernhof im westfälischen Halver in den Neyebach geflossen war, die Talsperre verlassen. Ein Springbrunnen unterhalb der Mauerkrone warf stinkenden Schaum auf. In der Sperre setzte zudem ein Fischsterben ein.

Förster will dem Landwirt das Handwerk legen

Wie berichtet, waren am Mittwochmorgen von einem Bauernhof in Halver rund 1700 Kubikmeter Gülle aus einem Tank in die Neyetalsperre geflossen. Sie gehört der Stadt Remscheid, dazu ebenfalls die Wälder um das Gewässer.

Der Landwirt sprach von Sabotage, doch Markus Wolf, Leiter des Remscheider Forstamtes, erhebt schwere Vorwürfe. „Der Mann betreibt einen floriernden Handel mit Gülle aus Holland und vom Niederrhein.“ Das hätte ihm nie genehmigt werden dürfen, weshalb Wolf von einem „multiplen Behördenversagen“ spricht. Schon im November 2014 sei es zu einem Austritt von Gülle gekommen. Um dem Landwirt oberhalb des Naturschutzgebietes das Handwerk zu legen, schaltete der Förster unter anderem die Behörde für Umweltkriminalität beim Umweltministerium ein.

Am heutigen Samstag wollen Forstamt und Technische Betriebe eine groß angelegte Fischrettung starten. Henning Rauschert, Fischereibeauftragter der Stadt, versuchte derweil zu retten, was zu retten ist. Er klingt pessimistisch: „Es wird nicht lange dauern, und die Gülle wird in Wupper und Bever sein.“

Susanne Fischer, Sprecherin des Wupperverbandes, teilt die Sorge. Derzeit ist die Sperre abgeriegelt, neues Wasser fließt zu. Das verdünnt die Brühe, was gut ist. „Aber“, sagt Susanne Fischer, „irgendwann müssen wir die Sperre wieder öffnen.“

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