Deutsches Klingenmuseum in Solingen

Neues Museums-Konzept kostet bis zu 13 Millionen Euro

Die Hauptversammlung der Freunde des Deutschen Klingenmuseum fand in den Räumen des Museums statt. Dieses soll nach einer Studie einen neuen Aufbau seiner Ausstellung erhalten. Foto:
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Die Hauptversammlung der Freunde des Deutschen Klingenmuseum fand in den Räumen des Museums statt. Dieses soll nach einer Studie einen neuen Aufbau seiner Ausstellung erhalten.

Solingen. Gut 40 Minuten stellte Fabio von Frankenberg vom Berliner Spezialisten für Museumskonzepte Merz Merz (Eigenschreibweise: merz merz) Ideen vor, wie das verstaubte Deutsche Klingenmuseum neuen Glanz erhalten kann.

Von Philipp Müller

Im Anschluss sagte der Vorsitzende des Vereins Freunde des Klingenmuseums, der frühere CDU-Oberbürgermeister Franz Haug: „Das muss man erst einmal sacken lassen.“ Gut 20 Mitglieder des Vereins hatten sich zur Hauptversammlung im Museum getroffen und wurden Zeugen der ersten Vorstellung des Konzepts, das bisher nur der Museumsleitung, Kulturdezernentin Dagmar Becker (Grüne) und OB Tim Kurzbach (SPD) vorliegt.

Sacken lassen mussten die Zuhörer zwei Dinge: Da waren die Auszüge aus dem 120-seitigen Konzept zum Inhalt. Als integratives Museum soll das Klingenmuseum künftig vom Kind bis zum Fan spezieller Klingen alle mitnehmen können. Die Leitidee des Museums soll danach auch den Markenkern „Klingenstadt Solingen“ aufgreifen. Das Klingenmuseum müsse einzigartig werden. Die Besucher sollen sagen können: „So ein Museum habe ich noch nicht gesehen.“

Das passiert, wird die Idee umgesetzt, auf emotionaler Ebene, angereichert durch wissenschaftliche und historische Fakten bis hin zu einer völlig neuen Darstellungsweise der Klinge selbst. In elf aufeinander aufbauenden Themenräumen im Gräfrather Klosterhof soll das umgesetzt werden.

Sackenlassen musste der Freundeskreis aber auch die Kosten. 4,3 Millionen Euro veranschlagt Merz Merz für die neue Präsentation der Sammlung im Bestandsgebäude. Damit bewege sich der Kostenrahmen auf einem mittleren Niveau von 2800 Euro pro Quadratmeter in Bezug auf die Museen, die man bereits umgestaltet habe, erklärte von Frankenberg. Doch kommt nach Ansicht der Experten das Museum nicht ohne Anbau aus. In den soll ein Schaudepot integriert werden, in dem alles gezeigt wird, was das Museum besitzt. Wissenschaftliche Räume kommen dazu, ein Museumscafé.

Idee: Sanierung im Altbau, Anbau im Klosterhof

Das Konzept selbst sieht zudem eigene Räume für die Museumspädagogik und das Kindermuseum vor. Den Anbau, der mit 1000 oder 1500 Quadratmetern Fläche umgesetzt werden könne, sieht Merz Merz im Hof des Klosterhofs. Zusammen mit den Kosten für den Altbau sind es bei der kleinen Variante mehr als 9 Millionen Euro, in der großen Form knapp 13 Millionen Euro.

Fabio von Frankenberg verwies darauf, dass die Zahlen nicht abschrecken sollten, denn solch große Summen ließen sich im Prozess der Einwerbung von Fördermitteln oft leichter realisieren als „Kleckerbeträge“.

Warum der Freundeskreis das Konzept noch vor der Politik präsentiert bekam, erklärte Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler: „Sie haben das mitfinanziert. Das ist der Beginn eines Prozesses.“ Das Konzept soll in Kürze dann auch in den politischen Betrieb eingebracht werden und zur Basis werden, um bei Land und Bund Fördermittel zu beantragen.

Der Freundeskreis beschloss, das Museum in diesem Jahr mit 87 000 Euro für verschiedene Projekte zu unterstützen. Dazu greift der Verein seine sechsstelligen Rücklagen mit 67 000 Euro an.

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