Barmen

Neues Konzept für das Schulmuseum

Melody Stach ist unter anderem mit der Sichtung der vielen Sammlungsteile beschäftigt. Archivfoto: Stefan Fries
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Melody Stach ist unter anderem mit der Sichtung der vielen Sammlungsteile beschäftigt.

Sammlung zieht an den Werth – Stadt Wuppertal übernimmt Umzugs- und Mietkosten.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Die Bezirksvertretung Barmen hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass für das künftige Schulmuseum am Barmer Werth 120 000 Euro als Anschubfinanzierung in den städtischen Haushalt eingestellt werden. Entscheiden muss darüber der Rat bei den Haushaltsberatungen.

Seit 1987 existiert die schulhistorische Sammlung, seit 1998 war sie in einem ehemaligen Schulgebäude an der Rottscheidter Straße in Vohwinkel öffentlich zugänglich. Viele Besucher haben sich in einem historischen Klassenzimmer in alte Zeiten versetzen lassen, konnten zahlreiche Exponate aus dem Naturkundeunterricht oder alte Landkarten bewundern – eine städtische Sammlung.

Doch der erhöhte Platzbedarf der benachbarten Ulle-Hees-Schule setzte dem 2019 ein vorläufiges Ende. Das Museum musste einen großen Raum abgeben. Der langjährige Leiter der Sammlung, Rolf Platte, nahm das zum Anlass, sich zurückzuziehen. Seine Nachfolge hat inzwischen die Historikerin und Archäologin Melody Stach angetreten, die sich mit viel Engagement ein- und ein neues Konzept für das Museum erarbeitet hat. Das erhält einen neuen Standort am Werth 91, dort wo eine Weile auch eine Außenstelle des Museums Industriekultur untergebracht war.

Die Kosten für den Umzug und die Miete des Standorts übernimmt die Stadt. Die Bezirksvertretung Barmen hat jetzt auf Antrag der SPD dafür votiert, dass die Stadt darüber hinaus zwei Fachkräfte finanziert, gegebenenfalls jeweils auf zwei 75-Prozent-Stellen.

Geld für hauptamtliche Kräfte ist im Haushalt nicht eingestellt

Im Antrag heißt es, eine Einrichtung dieser Größenordnung könne langfristig nicht ehrenamtlich geleitet werden: „Die personelle Struktur für einen Neustart muss finanziert werden.“ Dafür seien mindestens zwei Fachkräfte, gegebenenfalls auf reduzierten Stellen erforderlich. „Diese Fachkräfte können sich um den Umzug, den Aufbau und die Akquise von Fördermitteln kümmern. Wichtig ist dabei eine ausreichende Anschubfinanzierung, um in spätestens zwei Jahren einen eigenwirtschaftlichen Betrieb vorweisen zu können.“

Caterina Zinke von den Grünen meldete jedoch Bedenken an. „Es sind noch viele Fragen offen“, sagte sie in der Sitzung der Bezirksvertretung. Für zwei Dreiviertelstellen sei „eine Menge Geld“ nötig. Und sie sähen noch kein ausreichendes pädagogisches Konzept. Daher beantragte sie eine mündliche Vorstellung der inhaltlichen, finanziellen und museumspädagogischen Ausrichtung des Museums in der nächsten Sitzung. Sie wünschte sich auch Zahlen zu den erwarteten Besuchern.

Stadtkämmerer Johannes Slawig, der in der Sitzung anwesend war, bestätigte, dass das Geld für Umzug und Miete im Haushalt eingestellt ist, aber nicht für hauptamtliche Kräfte. Das sei von der Verwaltung aus nicht vorgesehen. „Das geht nur über die Politik“, machte er deutlich. Lukas Twardowski (SPD) plädierte dafür, trotz der Fragen der Grünen in der Sitzung grundsätzlich für das Museum zu stimmen. Und Roland Rudowsky mahnte eindringlich: „Wenn wir heute einen Beschluss fassen, bedeutet das mehr Nachdruck in den Haushaltsverhandlungen. Wenn wir heute nichts beschließen, verstreicht Zeit, in der wir Druck ausüben könnten.“ Die Bezirksvertretung dürfe die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben: „Das wäre die Beerdigung des Projekts.“

Rainer Widmann (Grüne) betonte: „Wir sind nicht gegen das Museum. Wir halten nur die zwei Dreiviertelstellen für gewagt.“ Vielleicht könne man das abmildern. Sein Parteikollege Axel Frevert bestätigte: die Kritik an dem Antrag beziehe sich auf das Konzept und die Ausstattung. Er schlug den Kompromiss vor, für das Museum zu stimmen, aber die Frage der Stellen außen vor zu lassen.

Dirk Rummel (Linke) sprach sich deutlich für das Museum aus: „Das wird ein weiterer Magnet für die Stadt.“ Auch wenn das Museum zunächst klein sei, könne es sich entwickeln. „Auch das Museum für Frühindustrialisierung ist gewachsen. Wir sollten erst einmal einen Anfang machen.“

Den im Sinne der Grünen geänderten Antrag lehnten alle anderen Fraktionen ab. Der Antrag der SPD wurde mit fünf Gegenstimmen mehrheitlich angenommen.

Raumkonzept

Im Erdgeschoss des neuen Domizils am Werth 91 soll eine moderne Ausstellung mit zeitgemäßem Konzept ihr Zuhause finden. Im Untergeschoss wird das historische Klassenzimmer wieder errichtet, in dem auch wieder historischer Unterricht stattfinden kann. Darüber hinaus soll es als Mehrzweckraum für kulturelle Veranstaltungen dienen, etwa Filmvorführungen, Vorträge oder Lesungen. Für die Vorführungen ist auch die Inbetriebnahme der historischen Vorführapparate geplant.

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