Wohngebiet könnte entstehen

Neues Bandwirkerquartier soll in Ronsdorf entstehen

Das Firmen-Gelände von oben (rechts die Marktstraße): Hier soll das neue Wohnquartier entstehen.
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Das Firmen-Gelände von oben (rechts die Marktstraße): Hier soll das neue Wohnquartier entstehen.

Wuppertal. Auf dem Gelände der Firma Vombaur ist Wohnbebauung geplant.

Von Katharina Rüth

Dass die traditionsreiche Firma Vombaur Ronsdorf verlässt, ist ein Verlust. Aber auf dem Firmengelände direkt an der Marktstraße könnte ein interessantes Wohngebiet entstehen. Anfang Dezember sind fünf Planungsbüros damit beauftragt worden, Vorschläge für ein neues „Bandwirkerquartier“ zu entwickeln.

Seit 1805 hat die Band- und Schlauchweberei Vombaur ihren Sitz an der Marktstraße, lange Zeit produzierte sie Hutbänder und andere Modeartikel, heute vor allem technische Textilien wie etwa Filter und Kunststoffverstärkungen. Alle Veränderungen ließen sich bisher auf dem Stammgelände umsetzen, aber jetzt ist der Platz doch zu klein geworden und deshalb will das Unternehmen 2023 nach Nächstebreck umziehen.

Das angestammte Gelände mit einer Größe von rund 11 000 Quadratmetern direkt im Zentrum des Stadtteils soll aber nicht einfach meistbietend verkauft werden. Peter vom Baur, Geschäftsführer der vom Baur Grundbesitz GmbH & Co KG, sagt: „Bausünden gibt es in der Stadt genug.“ Deshalb hat sich das Unternehmen, das noch immer in Familienhand ist, entschlossen, die Entwicklung des Geländes auf den Weg zu bringen, und zwar schon jetzt, damit die Planungen nicht erst anfangen, wenn die Hallen abgerissen sind.

Hanglage ist eine Herausforderung

In Abstimmung mit der Stadt hat die vom Baur Grundbesitz-Gesellschaft eine städtebauliche „Mehrfachbeauftragung“ ausgelobt. Das heißt, fünf Planungsbüros wurden beauftragt, Vorschläge für die Entwicklung des Geländes zu machen. Eine Jury soll im März entscheiden, welcher Entwurf der beste ist. Dieser soll dann Grundlage für einen Bebauungsplan werden. Organisiert wird das Verfahren von dem Haaner Planungsbüro ISR, die Gesamtkoordination hat der Ronsdorfer Architekt Harald Edelmann Windgassen.

Eine Herausforderung ist die Hanglage: 18 Meter Höhenunterschied liegen zwischen der Marktstraße und der Grundstücksgrenze am Heckersklef. „Das ist schon die Höhe eines Hochhauses“, macht Peter vom Baur deutlich. Auch die Erschließung des Geländes sei nicht einfach. Genutzt werden soll das Gelände für Wohnbebauung unterschiedlicher Formen und gestalteten Freiraum, wozu auch ein Spielplatz gehört. Im Auslobungstext heißt es, dass die Planung den Nachbarschaftsgedanken fördern und zu einer lebendigen und identitätsstiftende Wohnatmosphäre beitragen soll. Peter vom Baur sagt: „Es soll sich rechnen, aber es soll auch schön sein.“ Dem Thema Klimafolgen und Wasserableitung wird ein besonderer Stellenwert gegeben. Bis auf Zufahrten zu Parkdecks soll das Gelände autofrei bleiben. Fußgänger sollen aber die Möglichkeit haben, das Areal zu durchqueren. 20 Prozent sozialer Wohnungsbau sind vorgesehen.

„Eine gute Sache“ nennt Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes die Pläne und lobt das Unternehmen: „Es ist sich seiner Verantwortung für den Stadtteil bewusst.“ Er selbst wird als Mitglied der Jury an der Entscheidung mitwirken, welche Ideen für das Gelände aufgegriffen werden. Die Planungsbüros müssen ihre Entwürfe bis zum 8. März abgeben, die Jury tagt am 22. März.

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