Die Bahn kommt - oder nicht

Neue S 1 bringt Hoffnung auf mehr Pünktlichkeit

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Die Bahnen der S 1 erreichen Solingen oft mit Verspätung. Nicht selten kommen sie am Hauptbahnhof in Ohligs gar nicht an. 

DÜSSELDORF/SOLINGEN Ruhrgebiet erhält 15-Minuten-Takt. Nur noch jeder dritte Zug fährt ohne Zeitpuffer bis Dortmund durch.

Von Andreas Tews

Der Fahrplanwechsel im Dezember 2019 könnte für die Bahnpendler in Richtung Düsseldorf eine spürbare Entlastung bringen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) plant für die S-Bahn-Linie 1, künftig nur noch einen der drei Züge pro Stunde ohne Zeitpuffer auf den langen Weg von Solingen nach Dortmund und zurückzuschicken.

Dieser lange Zuglauf gilt als Hauptursache für die regelmäßigen Verspätungen und Zugausfälle. Die Neuerung ist Nebeneffekt einer Verbesserung, die eigentlich für das Ruhrgebiet gedacht ist. Die S-Bahnen fahren dort künftig im 15-Minuten-Takt, während vom Bergischen bis Duisburg weiterhin nur alle 20 Minuten eine Bahn fährt. Darum wird die S 1 in Duisburg teilweise „gekappt“.

Über Verspätungen und Ausfälle bei der S 1 klagen Pendler regelmäßig. Weil die Bahnen zu große Verspätungen einfahren, lässt die Deutsche Bahn (DB) sie immer wieder in Düsseldorf oder Hilden umkehren. Dadurch fahren sie Solingen zu den betreffenden Zeiten nicht mehr an. So geschah es zuletzt Anfang der Woche, in mehreren Fällen auch in der vergangenen Woche. Um dies auszugleichen, hatte der VRR veranlasst, dass die DB in Düsseldorf einen Einsatzzug positioniert, der im Bedarfsfall eingesetzt wird. Aber auch dadurch konnten viele Zugausfälle in den vergangenen zwei Jahren nicht verhindert werden.

Für die Zukunft macht VRR-Sprecher Dino Niemann jetzt etwas Hoffnung. Die Änderungen bei der S 1 würden zwar nicht originär eingeführt, um Verbesserungen für Solingen zu bringen, räumt er ein. Die kürzeren Verbindungen könnten aber Einfluss auf die Pünktlichkeit der Züge haben.

2019 übernimmt Keolis mit der Marke „Eurobahn“ die Linie S 1

Im Detail wird die S 1 mit dem unterschiedlichen Takt laut Niemann so funktionieren: Die Züge werden an Werktagen zwischen Solingen und Duisburg weiterhin im 20-Minuten-Takt unterwegs sein. Zwischen Duisburg und Essen ist ein 30-Minuten-Takt, zwischen Essen und Dortmund ein 15-Minuten-Takt geplant.

S-BAHN WIRD GRÜN

DESIGN Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bemüht sich auf seinen Linien um ein einheitliches Aussehen der S-Bahnen. Darum werden unter anderem die Züge der Linie S 1 (Solingen-Dortmund) nicht mehr das Design der jeweiligen Betreibergesellschaften haben. Geplant ist ein unternehmensneutrales, grünes Erscheinungsbild.

Der erste Zug in jeder Stunde werde – wie derzeit auch – jeweils in beiden Richtungen von Solingen nach Dortmund (und zurück) durchfahren. Eine Änderung werde es beim zweiten Zug einer jeden Stunde geben. Der werde in Duisburg eine Aufenthaltszeit von zehn Minuten haben, um dann nach Solingen oder in der Gegenrichtung nach Dortmund weiterzufahren. Diese Pause könnte bei Verspätungen als Puffer genutzt werden. Der dritte Zug innerhalb jeder Stunde fährt laut Niemann nur noch von Solingen bis Duisburg und dreht dort um. An den Wochenenden wird es weiterhin durchgehend einen 30-Minuten-Takt, spätabends und nachts einen 60-Minuten-Takt geben.

Mit Spannung dürfte auch das Bahnunternehmen Keolis verfolgen, wie sich die Fahrplanänderung auf die Pünktlichkeit auswirken wird. Das Tochterunternehmen der französischen Staatsbahn SNCF wird mit seiner Marke „Eurobahn“ die S 1 vom Dezember 2019 an übernehmen. Dort sei man zwar schon mit den Vorbereitungen befasst, erklärt Unternehmenssprecherin Nicole Pizzuti. Weitere Änderungen im Bezug auf die Verlässlichkeit seien aber noch nicht beschlossen. Derzeit ist man laut Pizzuti dabei, neue Zugführer auszubilden. Weil das Unternehmen zum Fahrplanwechsel 2019 nicht nur die S 1, sondern auch die S 4 (Dortmund-Lütgendortmund nach Unna) übernimmt, würden 120 neue Mitarbeiter benötigt.

Neue Züge wird Keolis nicht bekommen. Der VRR kauft die bisherigen 48 Züge (Baureihe: ET BR 422) der Deutschen Bahn, modernisiert sie und stellt sie dem neuen Anbieter für die S 1 und die S 4 zur Verfügung. Die DB wartet die Züge bis 2034. Die Fahrzeuge seien noch recht neu, erklärte Niemann dieses Verfahren. Auf sie sei die Unpünktlichkeit nicht zurückzuführen.

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