Netz spannt sich über die neue Vogelwelt

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Andreas Haeser-Kalthoff testet das Netz der Aralandia-Voliere. Foto: Andreas Fischer

Die Form der Riesenvoliere „Aralandia“ ist schon gut erkennbar. Im Inneren entsteht eine Landschaft für Vögel und Besucher.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. Noch ist die künftige Vogelflughalle eine Baustelle. Unter den sieben großen Stahlbögen stehen Gerüste wie ein Irrgarten. Die Gerüste brauchen die Netzknüpfer, die in bis zu zehn Metern Höhe die löchrige Außenhaut der Voliere über die Bögen spannen – ein wesentlicher Schritt zur Fertigstellung des Projekts „Aralandia“. Ab Ostern 2020 sollen Besucher hier Aras, Sittiche und Flamingos wie in freier Natur erleben können.

High-Tech-Netz ist tonnenschwer, wirkt aber transparent

2,5 Millimeter sind die feinen Stahlseile dick, die mit Metall-Ösen zu großen Netzen verbunden sind. Geliefert wurden sie in Rollen, mit einem Kran in die Höhe gehoben, dann als große Rechtecke mit Kabelbindern zwischen Spannseile aufgehängt. Jetzt müssen sie von Hand mit Ösen verknüpft werden.

Die Stärke des Netzes war eine besondere Herausforderung, soll es doch Knabber-Angriffe von Ara-Schnäbeln aushalten. Andreas Haeser-Kalthoff, Zoo-Biologe und Geschäftsführer des Zoovereins, erklärt: „Das hier ist das technisch Machbare. Noch dicker wäre nicht herzustellen, das Netz wäre dann nicht mehr flexibel.“ Gleichzeitig müssen die Maschen klein genug sein, um ein Durchschlüpfen der kleineren Sittiche zu verhindern. Andreas Haeser-Kalthoff freut sich, wie unauffällig das Netz ist: „Das ist wunderbar transparent.“ Durch die Maschen sind Bäume und Himmel weiterhin gut zu sehen.

In der Voliere sollen Flamingos leben, Sittiche und Aras viel Platz zum Fliegen haben. Und vor allem Aras sollen hier zu Paaren zusammenfinden. Im Rahmen des Zuchtprogramms kommen junge Papageien nach Wuppertal, bis sie hier in der größeren Gruppe ihre Lebenspartner gefunden haben. Dann kehren sie paarweise in die Zoos zurück. Damit sich die Vögel wohlfühlen, wird die Freiflughalle als Landschaft gestaltet. Belebt wird die Landschaft außerdem durch Pudus, Mini-Hirsche, nicht größer als Hasen.

Schleuse lässt Besucher rein, aber keine Vögel raus

Betreten werden die Besucher die Freiflughalle durch eine Schleuse. „Das wird ausgeklügelte Technik sein“; sagt Andreas Haeser-Kalthoff. „Wir müssen sicher gehen, dass keine Vögel in die Schleuse geraten.“ Von dieser führt der Weg zum Stallgebäude, in dem die Besucher durch eine Scheibe das innere Quartier der Vögel sehen und einen Blick in die Futterküche werfen können. Die Vögel können jederzeit durch Flugklappen ins Freie.

Die Besucher können den geschwungenen „Abenteuersteg“ nutzen, der eine erhöhte Aussicht bietet. Der Weg endet in einem kleinen Besucherzentrum, in dem über das Zuchtprogramm für die Aras, über Natur- und Artenschutz informiert. „Wir wollen zeigen, dass hier Lebensraum von Tieren an den Lebensraum von Menschen angrenzt. Wir wollen erklären, dass wir den Menschen nicht vertreiben, sondern mit ihm Natur- und Artenschutz betreiben wollen.“ Wer eine Stärkung braucht, erhält im Besucherzentrum auch einen Kaffee und kann sich auf einer Terrasse ausruhen.

www.aralandia.de

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