Konzert

Nach Wacken in die Kirche: Heino kommt nach Solingen

Heino vor der Stadtkirche am Fronhof.
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Heino vor der Stadtkirche am Fronhof.
  • Philipp Müller
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Bei einer Pressekonferenz erzählte Heino unter anderem, wie aus dem geplanten Opernsänger der blonde Barde für Volksmusik wurde.

Von Philipp Müller

Solingen. Wenn am 3. Dezember Heino mit dem Programm „Die Himmel rühmen“ in der Stadtkirche am Fronhof auftritt, dann haben seine Fans das Heinos Frau Hannelore zu verdanken. Der Barde erzählt beim Pressetermin zur anstehenden Tournee in der Stadtkirche: „Eigentlich wollte ich zurücktreten. Aber ich war zu Hause nicht zu genießen, wusste nichts mit mir anzufangen. Da hat Hannelore gesagt: ‚Geh wieder singen‘.“ Das macht er jetzt mit einem Programm voller klassischer Musik, die er aber, wie sein Manager Helmut Werner erklärt, in Kontrast zu seinen neuen Rock-Klassikern wie „Junge“ von den Ärzten setzt. Die früheren Schlager werde es aber nicht geben.

In einer schwarzen Limousine sind die beiden vorgefahren, schnell geht Heino mit einladender Pose für die Schar der Fotografen in Position. Er ist ein Zirkuspferd und dabei mit sich völlig im Reinen, das wird beim Gespräch in der Stadtkirche schnell deutlich. Er freue sich wirklich auf die Tournee. Mit Franz Lambert sei ein alter Bekannter mit ihm auf Tour. Lambert wurde mit seiner Orgel zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1972 auf einem Heuwagen über die Laufbahn des Stadions in München gerollt.

Heino schaut ins Rund, als er das erzählt. Und würde er nicht sein Markenzeichen, die schwarze Sonnenbrille tragen, verrieten seine Augen den Witz bei seiner Geste, die fragt: „Erinnert ihr euch nicht?“ Heino wird zehn Tage nach seinem Solinger Auftritt 84 Jahre alt.

„Ich bin ein unpolitischer Mensch. Ich gehe nicht regelmäßig wählen.“

Heino zum Vorwurf, er sei rechts

Lambert werde mit der Orgel ein ganzes Orchester beim Auftritt ersetzen, verrät Heino. Dazu kommen zwei Sängerinnen, ein Gitarrist und ein Pianist. Dazu er selbst und es werde live gesungen: „Meine Stimme lässt mich noch nicht im Stich.“ Geboten werden soll vor allem Klassik. Melodien von Beethoven, Brahms, Schubert und Mozart arrangiert das Quintett am 9. und 10. November neu, zum Teil wird es auch neue Liedtexte geben. Schon am 11. November startet die Tournee in Österreich.

Dann erzählt Heino von früher. Eigentlich wollte er klassischer Sänger für die Oper werden. Doch Ralf Bendix habe ihn für die Volksmusik entdeckt. Heino wurde Teil der deutschen Unterhaltungsindustrie. Wenn er sagt „Ich trete überall da auf, wo es Geld gibt“, dann sagt er das nicht nur mit Blick auf frühere Konzerte in der Klingenstadt etwa zuletzt beim Sparkassen-Open-Air in der Jahnkampfbahn oder davor im Konzertsaal. Er sagt es auch, weil es sein Business ist. Er ärgert sich weiter, dass er wegen alter Volkslieder, die er neu erweckte, in die rechte Ecke gesteckt wird. „Ich bin ein unpolitischer Mensch. Ich gehe nicht einmal regelmäßig wählen.“

Lieber erzählt er, dass sein Großvater im Kölner Dom schon die Orgel gespielt habe und er deshalb eine besondere Beziehung zu Kirchenkonzerten hat. Ach, und beim Konzert werde er auch La Paloma singen, arrangiert zur klassischen Gitarre. Und auch „Hier kommt die Sonne“ von Rammstein. Die Band habe verstanden, warum er Rocksongs neu interpretierte. „Ich bin mit denen dann in Wacken aufgetreten. Ein wahnsinniges Erlebnis.“ Glaubt man ihm, wird sein Auftritt auch so eins.

Alles erzählt? Nein, der Manager greift nochmals das Programm auf. Nicht nur die fünf Musikerinnen und Musiker sind zu erleben. Werners Lebensgefährtin, die Schauspielerin Nicole Mieth, bekannt aus dem „Traumschiff“, wird den Abend moderieren. Dezent soll die Kirche ausgeleuchtet und mit einer Tonanlage alles verstärkt werden.

Im vergangenen Jahr wurde Heinos Wohnort Bad Münstereifel schwer vom Jahrhundert-Hochwasser getroffen. Da habe er schnell gewusst, als Unterhaltungskünstler dürfe er sich da nicht einmischen und falsche Signale setzen. „Die Stadt braucht jetzt andere Dinge als Heino“, sei das Fazit seiner Überlegungen gewesen. Erst nach einem Großteil des Wiederaufbaus habe er vor 3500 Zuschauern in Absprache mit der Stadt schließlich ein Benefizkonzert gegeben. Trost spendete er vorher aber schon. „Ich habe fünf Lieder spontan an einer Wurstbude gesungen. Alle waren dankbar“, sagt er gerührt.

Heino-Konzert

Termin: Am 3. Dezember kommt Heino in die evangelische Stadtkirche am Fronhof. Beginn ist um 18 Uhr, im Anschluss gibt Heino Autogramme.

Karten: Tickets für 29, 49 und 69 Euro gibt es zuzüglich Vorverkaufsgebühren nur online über:

www.eventim.de

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