Thema Hundeangriff

Nach Kampfhundeattacke: So geht es dem kleinen Welpen und seinem Herrchen

Bernhard Meyer mit seinem fünf Monate alten Rauhaardackel Viggo aus der Zeit vor dem Angriff.
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Bernhard Meyer mit seinem fünf Monate alten Rauhaardackel Viggo aus der Zeit vor dem Angriff.

Wuppertal. Anfang Dezember wurde der kleine Dackel Viggo in Wuppertal von einem Kampfhund angefallen. Sein Herrchen ging dazwischen - mit üblen Folgen.

Von Christian Töller

Der Angriff kam aus dem Nichts. Als Bernhard Meyer am 1. Dezember am frühen Abend mit seinem fünf Monate alten Rauhaardackel Viggo auf der Straße Am Freudenberg unterwegs war, kam von einem angrenzenden Grundstück ein Hund der Rasse Bullmastino und griff Viggo unvermittelt an. „Der Hund kam durch ein Loch in der Hecke“, berichtet Bernhard Meyer. Er ging dazwischen und wurde dabei schwer an der rechten Hand verletzt. „Derzeit kann ich die Hand nicht benutzen“, so der Tierhalter. Sein Hund kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Tierklinik, wo er notoperiert werden musste. „Der Brustkorb war durchgebissen und die Lunge zusammengefallen“, erzählt Bernhard Meyer. Inzwischen geht es Viggo besser, er konnte aus der Tierklinik nach Hause zurückkehren.

Meyer erstattete Anzeige gegen den Halter des Bullmastinos. Zudem kam es zur Meldung beim Ordnungsamt und Veterinäramt. Inzwischen hat die Polizei nach Auskunft von Sprecher Andreas Reuter den Fall an die Staatsanwaltschaft übergeben, nachdem beide Parteien ihre Aussage zu dem Vorfall gemacht haben. „Wenn beim Spazierengehen der eigene Hund jemanden angreift, liegt grundsätzlich eine fahrlässige Körperverletzung vor“, erklärt Reuter allgemein zum Thema Hundeangriff.

Nicht der erste Vorfall mit diesem Hund

Laut Bernhard Meyer war der Angriff durch den Bullmastino „nicht der erste Vorfall mit diesem Hund“. Diesen sehe man immer mal wieder wütend am Zaun entlanglaufen. Die bisherigen Behandlungskosten für Viggo liegen nach Angaben von Bernhard Meyer bei 3700 Euro. Jedoch stehen noch Nachbehandlungen durch den Tierarzt aus, sodass Meyer mit Kosten von über 4000 Euro rechnet. Diese übernimmt zunächst seine Tierversicherung. „Diese wird sich das Geld vom Halter des angreifenden Hundes zurückholen“, so Meyer.

Der Bullmastino gehört zu den sogenannten Listenhunden. Für diese besteht, sobald sie ein Jahr alt sind, eine Maulkorb- und Leinenpflicht, wie die Wuppertaler Hundetrainerin Susanne Schaffarczik erklärt. „Frühestens mit anderthalb Jahren kann ein Wesenstest bei einem Gutachter abgelegt werden.“ Wird dieser Test bestanden, kann die Pflicht zum Tragen eines Maulkorbs und einer Leine entfallen. Bei dem Wesenstest müssen verschiedene Übungen absolviert werden. „Dazu gehört beispielsweise das Vorbeigehen an Kinderwagen, Fußgängern oder Radfahrern“, erklärt Susanne Schaffarczik. Ganz wichtig sei, „dass der Hund abrufbar ist, also dass er kommt, wenn man ihn ruft“. Der Hund dürfe ausweichen, wenn er sich beispielsweise erschreckt, „aber er darf nicht nach vorne laufen, nicht in den Angriff übergehen“.

Um den Hund auf den Wesenstest vorzubereiten, empfiehlt sich ein Hundetraining. „Beim City-Training lernen die Tiere beispielsweise, an Kindern und Kinderwagen ruhig vorbeizugehen“. Es handele sich „um ein ganz normales Alltagstraining. Die Hunde müssten „alltagstauglich sein, aber das gilt für alle Hunde, nicht nur für Listenhunde“.

Bei Hunden ab einer Größe von 40 Zentimetern Schulterhöhe oder 20 Kilogramm Gewicht ist eine Hundehaftpflichtversicherung notwendig. Zudem müssen die Halter einen Sachkundenachweis erbringen, den sie beim Tierarzt erlangen können. Grundsätzlich seien die Halter dafür verantwortlich, dass ihre Hunde das Grundstück nicht verlassen können, so Susanne Schaffarczik. Komme es generell zu einem Angriff auf einen anderen Hund, müssten die Halter des angreifenden Tiers die Behandlungskosten zahlen.

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