Zukunft ist unklar

Nach dem Feuer: Ehemalige Waldschänke Wiesenkotten erhält Schutzzaun

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Das ehemals beliebte Ausflugslokal Wiesenkotten an der Wupper ist seit dem Brand im November ein Schandfleck.

SOLINGEN Seit Monaten ist das Ausflugslokal zerstört. Jetzt soll es zumindest gesichert werden.

Von Stefan Prinz

Das ehemalige Burger Ausflugslokal Wiesenkotten ist seit einem Feuer Mitte November vergangenen Jahres ein Schandfleck an der Wupper. Von Aufräumarbeiten oder gar einem Wiederaufbau des vollständig zerstörten Gebäudes ist nichts zu sehen. Unter der auf der Facebook-Seite angegebenen Nummer ist niemand mehr erreichbar.

Unmittelbar nach dem Feuer hatten die Eigentümer im Gespräch mit unserer Zeitung noch Interesse an dem Wiederaufbau des Lokals gezeigt. Vorher wollten sie noch mehrere Fragen klären. Dazu gehörte auch, welche Hilfen sie für einen Wiederaufbau erhalten können. Seither hat sich vor Ort nichts mehr getan. Die Ruine ist nahezu vollständig ungesichert.

Von der Ruine darf keine Gefahr ausgehen

Auf die Situation ist mittlerweile auch die Solinger Stadtverwaltung aufmerksam geworden. „Die Stadt hat die Situation vor Ort geprüft“, heißt es aus dem Rathaus der Nachbarstadt. Die Brandruine liege auf einem Privatgrundstück, „von dem natürlich keine Gefahr ausgehen darf“.

KOTTEN

BEDEUTUNG Der Wiesenkotten zwischen Müngsten und Unterburg war ein beliebtes Ausflugslokal. Die Bezeichnung Kotten geht zurück auf das Mittelalter und beschreibt eine Arbeitsstätte. In und um Solingen gab es zahlreiche Schleiferkotten. Sie waren die Keimzelle der Schneidwarenindustrie. Nach der Erfindung der Dampfmaschine verloren die Kotten entlang der Bachläufe an Bedeutung.

Deshalb habe die Bauaufsicht die Besitzer inzwischen aufgefordert, die Brandruine mit einem geschlossenen Bauzaun abzusperren, damit niemand mehr auf das Gelände gelangen kann. Nach Auskunft der Stadtverwaltung werde das „in den nächsten Tagen geschehen“. Wenn das Grundstück auf diese Weise gesichert sei, gebe es für das private Grundstück keine weitere Handhabe.

Grund sei eine Besonderheit in der Landesbauordnung: Während diese in einigen Bundesländern regelt, dass ein Grundstück „aufgeräumt und ordnungsgemäß hergerichtet werden muss“ oder endgültig nicht mehr genutzte Anlagen beseitigt oder dauerhaft gesichert werden müssen, enthält die Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalens keine entsprechende Vorschrift. Das bedeutet: Wenn die Ruine demnächst abgesichert ist, liegt es allein an den Eigentümern, was mit dem Gelände geschehen soll. „Die angrenzenden Wanderwege werden durch den Bauzaun nicht beeinträchtigt“, betont die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung.

Ursache für das Feuer konnte nicht mehr aufgeklärt werden

Unmittelbar nach dem Feuer hatten die Eigentümer im Gespräch mit unserer Zeitung noch Interesse an dem Wiederaufbau des Lokals gezeigt.

Die Eigentümer seien aber aufgefordert worden, den Müll, der Richtung Wupper liegt – also außerhalb des aufzustellenden Bauzauns – fachgerecht zu entsorgen. Diese Aufforderung aus Gründen des Gewässerschutzes wird von der Unteren Umweltschutzbehörde für Wasser, Abfall und Immissionen ausgesprochen, erklärt eine Solinger Stadtsprecherin.

Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades war es der Spurensicherung der Kriminalpolizei nicht mehr möglich, eine Ursache für das Feuer zu ermitteln. Für die Solinger Feuerwehr bedeutete der Hausbrand im November einen Einsatz mit hohen Schwierigkeitsgrad. Insgesamt 60 Einsatzkräfte waren innerhalb von Minuten vor Ort, nachdem ein Radfahrer am Morgen das Feuer in dem abseits gelegenen Gebäude im Wald bemerkt hatte. Die Wege zum Brandort waren so schmal, dass die Einsatzfahrzeuge nicht wenden konnten. Den rund einen Kilometer langen Rückweg Richtung Unterburg mussten die Fahrer mit den gewaltigen Fahrzeugen im Rückwärtsgang bewältigen. Die Feuerwehr war noch Stunden im Einsatz, nachdem das Feuer gelöscht werden konnte, weil sich viele Glutnester in der Ruine befanden.

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