Von der Heydt-Museum

Museumseingang wird zum Schlafplatz

Obdachlose am Von der Heydt-Museum.

Von Jonas Meister

Wuppertal. Das Von der Heydt-Museum ist eines der kulturellen Aushängeschilder in Wuppertal. Deshalb fällt nicht nur auf, was in dem historischen Bau am Turmhof passiert, sondern auch, was davor geschieht. So die Tatsache, dass der weitgehend vor Wind und Wetter geschützte Eingang von Obdachlosen als Schlafstelle genutzt wird. Ein Zustand, der einigen Besuchern immer häufiger negativ auffällt. Dem ist man sich bei der Stadt wie auch beim Museum bewusst. „Es ist eine Thematik, die uns leider bekannt ist und uns jeden Tag beschäftigt – seit Jahren“, bestätigt Museumsdirektor Roland Mönig.

Eine schnelle Lösung des Problems sei trotzdem nicht in Sicht. „Wir bewegen uns hier an der Nahtstelle zwischen privatem und öffentlichem Raum. Deshalb stehen wir auch in intensiven Austausch mit der Stadt, genau wie mit der AWG.“ Deren Mitarbeiter sorgen regelmäßig dafür, dass die Hinterlassenschaften am Eingang entsorgt werden. Dazu stehen vor Ort gerade die Angestellten des Von der Heydt-Museums tagtäglich mit den Obdachlosen in Kontakt. Mönig: „Wir haben mittlerweile eine Schmerzgrenze erreicht, auch weil den Kollegen weiterhin nichts anderes übrig bleibt, als zu reagieren.“ Auch deshalb soll das Thema im Rathaus besonders Kultur- und Ordnungsdezernent Matthias Nocke umtreiben. Bis auf eine spezielle Ansprache hat die Stadt aber keine Handhabe. „Nicht nur am Von der Heydt-Museum, sondern auch in der ganzen Innenstadt bekommen die Obdachlosen von unseren Streetworkern und der Diakonie fast täglich alle Hilfsangebote unterbreitet. Gegen den Willen der Menschen können wir ihnen etwa eine Unterbringung in einer Einrichtung aber nicht aufzwingen, denn die rechtlichen Hürden sind hier sehr hoch“, erklärt Stadtsprecherin Martina Eckermann.

Freie Stellen werden zügig „nachbesetzt“

Anhand eines konkreten Beispiels berichtet sie, in welchem Dilemma sich alle Beteiligten befinden. „Tatsächlich haben es die Kollegen in dem Fall eines Mannes, der vor dem Museum übernachtet hat und dem es gesundheitlich immer schlechter ging, geschafft, ihn nach langer Zeit zu überreden, in eine Obdachloseneinrichtung zu ziehen.“ Das Problem dabei: Wenig später war sein Platz am Turmhof schon wieder „nachbesetzt“.

Die Zahl der Obdachlosen in der City wird im niedrigen zweistelligen Bereich beziffert. Ein Großteil dieser Menschen ist den Sozialarbeitern schon lange persönlich bekannt. Die Option, mit harter Hand durchzugreifen, gibt es nicht. Martina Eckermann: „Der Ordnungsdienst darf nur eingreifen, wenn gepöbelt oder aggressiv gebettelt wird.“

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