Müngstener Brücke

Welterbe-Anwärterin ist 2021 fertig saniert

+
Das Baugerüst ist an der Müngstener Brücke nicht zu übersehen. Es befindet sich derzeit an einem der Bögen der Stahlkonstruktion.

Gearbeitet wird noch an Bögen und Pfeilern. Sperrungen soll es keine mehr geben.

Von Andreas Tews

Bei der Sanierung der Müngstener Brücke liegt die Deutsche Bahn (DB) nach eigenen Angaben im Zeitplan. Aktuell wird am Bogenpfeiler auf der Solinger und am Brückenbogen auf Remscheider Seite gearbeitet. Die DB geht nach Angaben eines Unternehmenssprechers davon aus, dass die Hauptarbeiten an der Stahlkonstruktion 2021 abgeschlossen werden. Dann können auch die Schutztunnel für Fußgänger – unter anderem der im Brückenpark – abgebaut werden. Letzte Arbeiten sollen im übernächsten Jahr erfolgen. Sperrungen für den Bahnverkehr sind nicht mehr vorgesehen.

„Der Abbau der Schutztunnel ist für 2021 eingeplant.“
Ein Sprecher der Deutschen Bahn

Die 123 Jahre alte Müngstener Brücke ist mit 107 Metern die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie ist nicht nur neben Schloss Burg, dem Altenberger Dom und der Wuppertaler Schwebebahn eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Bergischen Landes. Vor allem für Remscheid und Solingen ist die auf ihr verlaufende S-Bahn-Linie 7 eine wichtige Zugverbindung.

Die jahrelange Sanierung kostet rund 30 Millionen Euro

Die DB lässt das Bauwerk seit 2014 für 30 Millionen Euro sanieren. So will sie das Bauwerk für weitere Jahrzehnte fitmachen. Vor allem, als im Bereich der Gleise im oberen Bereich der Brücke gebaut wurde, war das Bauwerk mehrmals monatelang für den Zugverkehr gesperrt.

Welterbe-Bewerbung soll einen neuen Schub bringen

Einen neuen Schub für die Bekanntheit der Brücke und zusätzliche Mittel für ihre Erhaltung verspricht man sich von dem angestrebten Unesco-Welterbestatus für das Bauwerk. Einen Antrag wollen mehrere europäische Städte und Regionen sowie die betroffenen Bahngesellschaften für sechs bauähnliche Brücken gemeinsam stellen. Zuletzt hieß es aus dem federführenden Solinger Rathaus, dass es jetzt neue Chancen gibt, auf die deutsche Bewerberliste zu kommen. Der gesamte Bewerbungsprozess dürfte noch mehrere Jahre beanspruchen (" Kasten).

Diese Arbeiten müssen an der Brücke noch erledigt werden

Bis dahin dürfte die Brücke fertig saniert sein. Derzeit in Arbeit ist nach Angaben des Bahnsprechers das mittlere Drittel des Bogens auf der Remscheider Seite. Etwa ab dem zweiten Quartal dieses Jahres soll auch der letzte Abschnitt dort saniert werden.

Anschließend werde das Bogengerüst komplett auf der Solinger Seite montiert. Im unteren Abschnitt des dortigen Bogenpfeilers haben jetzt die Stahlbauarbeiten begonnen. Eine Grundbeschichtung haben die Arbeiter bereits aufgetragen. Die abschließende Deckbeschichtung soll an dem Pfeiler im zweiten Quartal dieses Jahres, also in den Monaten April bis Juni, aufgetragen werden. Ist auch dies erledigt, sind die Arbeiten an den Pfeilern und den waagerechten Gerüstbrücken abgeschlossen. Abhängig davon, in welchem Zustand sich die der Stahl im Bogen auf Solinger Seite befindet, sollen die Bauarbeiten insgesamt zwischen Ende 2020 und Mitte des Jahres 2021 abgeschlossen sein. Noch in diesem Jahr sollen auch die seitlichen und der mittlere Wartungswagen auf der Brücke angebracht werden.

WELTERBE-PROZESS

TENTATIV-LISTEN Jeder Staat kann pro Jahr zwei neue Welterbe-Stätten melden. Dazu werden Tentativ-Listen erstellt, auf denen zuvor geprüfte Bewerbungen aufgeführt sind. Für die deutsche Liste kann jedes Bundesland pro Jahr zwei Stätten melden. NRW hat sein Verfahren dafür noch einmal geöffnet.

UNESCO Die Vorschläge der Staaten werden von der Unesco – nach weiteren Prüfungen – in der Regel angenommen.

Als letztes wird laut Bahnsprecher auf Solinger Seite der Brückenzugang hergerichtet, der parallel zu den Gleisen verläuft. Dies soll im kommenden Jahr oder 2022 erfolgen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Großstädte setzen Kita-Beiträge aus
Großstädte setzen Kita-Beiträge aus
Fieber-Check am Eingangstor
Fieber-Check am Eingangstor
„Es geht uns besser, aber noch nicht gut“
„Es geht uns besser, aber noch nicht gut“
Großstädte setzen Kita-Beiträge aus
Großstädte setzen Kita-Beiträge aus

Kommentare