Mit Jugendlichen auf der Suche nach der Schule von morgen

Der Bürgerrat Bildung und Lernen will die Perspektiven der Schüler kennenlernen. Auch von der Neuntklässlerin Rafaela (16) von der Max-Planck-Realschule. Foto: Anna Schwartz
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Der Bürgerrat Bildung und Lernen will die Perspektiven der Schüler kennenlernen. Auch von der Neuntklässlerin Rafaela (16) von der Max-Planck-Realschule.

Bürgerrat Bildung und Lernen befragt Schüler

Von Lothar Leuschen

Wuppertal Der Zeitpunkt ist günstig. Die Corona-Pandemie stellt alles auf den Prüfstand, auch die Schulen, die Lehrer, und Schüler. Die Montag-Stiftung will es genauer wissen. In ihrer Denkwerkstatt hat sie den Bürgerrat ins Leben gerufen, der sich unter anderem mit Bildung und Lernen beschäftigt. So zum Beispiel unlängst in der Jahrgangsstufe 9 der Max-Planck-Realschule.

Dort gingen etwa 25 Jugendliche der Frage nach, wie die Schule der Zukunft sein sollte, wie Schüler mit Lehrern und Lehrer mit Schülern umgehen müssen, damit bessere Lernerfolge entstehen können.

„Wir machen das an fünf Schulen in Deutschland und in unterschiedlichen Jahrgangsstufen“, sagt Sabine Milowin. Dabei seien unter anderem auch eine Montessorischule in Rheinland-Pfalz und eine Grundschule in Bayern. Sie ist bei der Montag-Stiftung Leiterin des Projektes.

Vorschläge der Schüler werden anschließend der Politik vorgelegt

Ziel des Bürgerrates Bildung und Lernen sei es, in möglichst vielen Altersstufen Wünsche und Vorschläge, Kritik und Anregungen zu sammeln. Sie werden anschließend in einer zehnköpfigen Schülergruppe konkretisiert, die sich aus je zwei Jugendlichen der teilnehmenden Schulen zusammensetzt. „Und im November wollen wir uns mit Vorschlägen an die Politik wenden“, sagt Milowin.

Was die Bildungspolitiker hören werden, hat sich am Donnerstag in der Realschulklasse schon sehr deutlich abgezeichnet. Grundsätzlich sind die Schüler ausdrücklich lernwillig und lernbereit. Aber sie könnten mehr von der Schule, vom Bildungssystem haben, wenn sich das System ein bisschen stärker auf sie zubewegte. Digitalisierung ist hier ein Thema. So warb der Schüler Özan dafür, digitale Geräte stärker in den Unterricht einzubinden und die Freigabe von Seiten oder Apps über den Lehrer steuern zu lassen. Außerdem werden die Schultaschen leichter und die Geräte sind auf Dauer billiger als Bücher.

Einspruch gab es allerdings auch. Der Hinweis darauf, dass im Internet auch Informationen unkontrolliert verbreitet werden, zeigt, wie weitsichtig Jugendliche mit den neuen Medien umgehen. Das mag viele Erwachsene überraschen.

Abseits davon geht es den Schülern auch um Respekt und Wertschätzung. Schülerin Rafaela warf die Frage auf, wer denn prüft, ob Lehrer nach Jahrzehnten im Dienst für den Beruf noch geeignet seien. „Wir Schüler werden ständig geprüft. Lehrer nicht“, sagte sie.

Zumindest den Neuntklässlern an der Max-Planck-Realschule geht es offenbar auch darum, die Schule zu einem angenehmeren, lebensnäheren Ort zu machen. Der Wunsch nach einem Kiosk für die womöglich auch mal ungesunde Nahversorgung hat es ebenso auf die lange Liste geschafft wie die Anregung zu Rückzugsräumen. Denn die Jugendliche sehnen sich nach zwischenzeitlicher Entspannung.

Das gilt auch für die Schulzeiten. Özan schlug vor, den Unterricht morgens eine Stunde später beginnen und nachmittags entsprechend später enden zu lassen. „Dann sind wir morgens wacher und können besser lernen“, sagte er.

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