Prozess

Viereinhalb Jahre Haft wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs

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Am Kölner Landgericht wurde der Prozess verhandelt. 

BURSCHEID 52-Jähriger muss wegen sexueller Handlungen an einer Elfjährigen ins Gefängnis

Von Anja Wollschlaeger

Die zweite Große Strafkammer des Landgerichts Köln hat am Freitag einen 52-jährigen Burscheider wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs einer elfjährigen Schülerin zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter Christoph Kaufmann, es habe sich erheblich strafverschärfend ausgewirkt, dass sich der Angeklagte an einem Kind vergangen hat, das schon zuvor von seinem Stiefopa missbraucht worden war. Mit dem jetzt verurteilten Arbeiter war das Mädchen nicht verwandt.

Der Mann hatte das Kind von seiner Arbeitsstelle aus kennengelernt. Diese liegt gleich neben der Gesamtschule in Leverkusen. Er habe laut der Urteilsbegründung schnell festgestellt, dass das Kind „besonders bedürftig“ ist. Er bot ihr vieles, was ihr wohl in ihrem Elternhaus fehlte. Er kochte für sie, machte Ausflüge mit ihr und nahm sich viel Zeit für sie. Doch dabei blieb es nicht, wie die Polizei bei der Auswertung von Chat-Protokollen feststellte. Mehrfach verging er sich innerhalb weniger Monate an dem heute 16-jährigen Mädchen. Im für das Strafmaß bedeutsamsten Fall filmte er, wie er sich an dem schlafenden Kind verging.

Auf seine Spur kam die Polizei in Bergisch Gladbach bei der Auswertung von drei Festplatten, die bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt wurden. Weil er bis zu seiner Entdeckung 2018 große Mengen von kinderpornografischen Videos und Fotos auf seinen Computer geladen hatte, war das Bundeskriminalamt auf ihn aufmerksam geworden.

Ausdrücklich würdigte der Richter die Arbeit der Kriminalbeamtinnen, die zu der Zeit mit einer halben Stelle und einer Kommissaranwärterin erledigt wurde: „Die Menge und die Qualität der Aufnahmen sind für die Beamtinnen eine Belastung“, sagte er. Bei der Auswertung von 30 000 Fotos und mehr als 1000 Sprachnachrichten, die der Täter mit dem Opfer ausgetauscht hat, erkannten sie den Missbrauchsfall.

Bereits seit dem vergangenen Jahr sitzt der Verurteilte in Untersuchungshaft. Dem Mädchen selbst blieb die Aussage vor Gericht erspart. Der Täter gestand, wenn er auch Details aussparte.

Polizei wurde schon kurz nach der Tat auf den Täter aufmerksam

Schon kurz nach den Taten, die alle 2014 passiert sein sollen, war die Polizei auf den Täter aufmerksam geworden. Dem Schulhausmeister war der Mann aufgefallen, als er das Kind vom Unterricht abholte. Doch damals wollte das Mädchen vor der Polizei nicht aussagen. Der Täter bekam ein Kontaktverbot.

Wie Polizeisprecher Richard Barz erklärt, sind heute sechs Mitarbeiter bei der Kreispolizei mit der Auswertung kinderpornografischen Materials beschäftigt.

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