Landgericht Köln

Millionär stirbt - Bedienstete entwenden Autos, Geld und Küche

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Das Landgericht Köln hat die Angeklagten zu Zahlung von Schadenersatz verurteilt.

Der Erbe machte sich auf die Suche nach den Gegenständen. Das Landgericht verurteilte die Angestellten zu Schadenersatzzahlung.

Zu Zahlung von Schadenersatz hat das Kölner Landgericht eine Frau und einen Mann in einem besonderen Fall verurteilt: Die beiden waren Angestellte bei einem mehrfachen Millionär. Kurz nachdem dieser gestorben war, begannen sie, Wertgegenstände wegzuschaffen, darunter vier Luxusautos, teure Uhren, Geld und eine Einbauküche. Das berichtet das Kölner Landgericht in dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil. Der Sohn, der Alleinerbe ist, hatte die Angestellten nun verklagt.

Der Kläger staunte nicht schlecht, als er nach dem Tod des Vaters feststellen musste, dass bereits am Folgetag der Maybach und der Mercedes CLS des Vaters auf die Haushälterin und der Audi R8 quattro sowie der Rolls-Royce „Ghost“ auf den Fahrer umgemeldet waren. Außerdem entdeckte er Abhebungen und Belastungen auf dem Konto des Vaters im Umfang von rund 55.000 Euro. Und es waren Uhren im Wert von 181.000 Euro sowie die Einbauküche in der Personalwohnung verschwunden. Der Kläger beauftragte eine Privat-Detektei mit der Beobachtung der beiden Angestellten und dem Auffinden der verschwundenen Gegenstände.

Während der Maybach verschwunden blieb, konnten der Mercedes CLS und der Audi R8, der mittlerweile mit einer Matt-Folie beklebt worden war, bei den Angestellten sichergestellt werden. Den Rolls-Royce hatte der Fahrer bereits verkauft. Dieser wurde beim Käufer sichergestellt. Die Einbauküche aus der Personalwohnung war bei Ebay verkauft worden – unter Angabe der Handynummer der Haushälterin. Die Uhrensammlung konnte nicht aufgefunden werden. 

Polizei findet Fahrer im Bett der Haushälterin

Für den Sohn war klar, dass Haushälterin und Fahrer gemeinschaftlich die Wertgegenstände weggeschafft hatten. Er verklagte daher beide beim Landgericht Köln auf Schadens- und Wertersatz im Umfang von rund 500.000 Euro. Seine Erklärung: Es handele sich bei dem Beklagten um ein Liebespaar, welches gemeinsame Sache gemacht habe. 

Das bestritten die Haushälterin und der Fahrer. Ihre Version: Die Haushälterin sei vielmehr mit dem Millionär liiert und sogar verlobt gewesen. Die Hochzeit sei schon geplant gewesen, allerdings auf ausdrücklichen Wunsch des Vaters vor dem Sohn geheim gehalten worden. Der Vater habe ihnen die Gegenstände geschenkt beziehungsweise als Dank für treue Dienste überlassen.

Doch das Landgericht glaubte den beiden nicht. Gegen deren Version spreche vor allem, dass Polizisten bei einer Durchsuchung der Wohnung der Haushälterin den Fahrer halbbekleidet in deren Bett antrafen. Zudem lasse das Klingelschild mit beiden Nachnamen auf eine gemeinsame Wohnung schließen. Die vorgeblichen Schenkungen seien Schutzbehauptungen, so das Gericht, da es sich um erhebliche Vermögenswerte im sechsstelligen Bereich handele, die nicht ohne weiteres verschenkt würden. Die Richter verurteilten daher die Beklagten gemeinsam zum Ersatz von Schäden am Audi R8, der verschwundenen Uhrensammlung und der Detekteikosten. Die Haushälterin wurde zudem zum Ersatz für den verschwundenen Maybach, der veräußerten Einbauküche sowie der Kontobelastungen, der Fahrer zum Ersatz des zwischenzeitlichen Wertverlusts des Rolls-Royce verurteilt. Die Gerichtsentscheidung ist noch nicht rechtskräftig. red

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