Mettmann

Weihnachts-Müllmänner sind ein Hit

Stehen mit ihrer Mischung aus Tanz und Gesang im Mittelpunkt der Sozialen Medien: die Mitarbeiter vom Mettmanner Baubetriebshof. Foto:
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Stehen mit ihrer Mischung aus Tanz und Gesang im Mittelpunkt der Sozialen Medien: die Mitarbeiter vom Mettmanner Baubetriebshof.

In den sozialen Netzwerken begeistern die Mitarbeiter mit Rauschebart aus Mettmann die Zuschauer.

Von Dirk Neubauer

Mettmann. Die schlechte Nachricht vorweg: Diese Weihnachtsgeschichte ist ein Rückblick. In der kommenden Woche herrscht wieder stille Nacht, wenn die Müllabfuhr kommt. Das war jetzt ein paar Tage lang etwas anders in Mettmann. Da haben die Müllmänner in Orange nicht nur jedermanns Unrat abgeholt, sondern auch etwas Seltenes und Wertvolles gebracht: Freude und ein Lächeln.

„Irgendwie ist das durch Corona zu kurz gekommen“, war der Grundgedanke bei Mike Klauser. „Da müssen wir etwas dagegen tun.“ Mit einem solch unverbindlichen „man müsste mal“ lässt es aber kein Zupacker und Lkw-Fahrer wie der 35-jährige Klauser bewenden. Bei ihm startete die Weihnachts-Müllwagen-Idee mit einer Kette bunter Lichter, wie sie zurzeit in einigen Brummis hinter der riesigen Frontscheibe blinken. Der Strom kommt aus dem Zigarettenanzünder. Im nächsten Schritt besorgten sich die Müllwerker-Teamkollegen Antonio Coronato, Vladimir Nikolaev, Alex Rubchev, Daniel Sprunkel die passende Ausrüstung: rote Zipfelmützen mit weißen Rändern und Bommeln. Und dazu: ein weißer Rauschebart. Komplettiert wurde diese Vorweihnachts-Botschaft durch eine Bluetooth-Lautsprecherbox, aus der Weihnachtslieder erklangen. Fertig war ein großer, orangefarbener 18-Tonnen-Schlitten der Sympathie.

So ausgerüstet fuhren die Weihnachts-Müllmänner täglich auf Tour. Früh am Morgen schauten die Mettmanner etwas verdutzt aus ihren Fenstern, wenn dort ein blinkender Müllwagen hielt, aus dem „Feliz Navidad“ oder „Last Christmas“ erklang.

Menschen loben die Mettmanner Müllmänner in sozialen Netzwerken

Ein Blick quer durch die sozialen Medien zeigt: Über Lärm hat sich niemand beschwert. Ganz im Gegenteil, wie Sophie schreibt: „So eine tolle Aktion! Hat mir heute morgen das breiteste Grinsen verschafft, während ich das Frühstück gemacht habe. Und der Weihnachtsmann hat es gesehen und für mich ne kleine Tanzeinlage hingelegt. Hammer-idee und einfach nur Danke für eure Arbeit.“ Annette notiert: „Gestern Morgen waren sie bei uns, so fängt doch ein Tag direkt fröhlich an“. Das sind nur zwei Einträge von mehreren dutzend Botschaften auf allen verfügbaren Kanälen. Zahlreiche Handy-Videos kommen hinzu. Und Fotos.

Menschen aus Nachbarstädten blickten neidisch auf Mettmann: „Bei uns kommt bloß die Awista – ohne Lichter und Musik.“ Die Mülltonen leerenden Weihnachtsmänner von Mettmann waren die Überraschung in diesem Advent. Selfies wurden mit ihnen gemacht. Mehr als nur einmal mussten sie kurz anhalten, damit jemand ein Video drehen konnte. Und an einigen Tagen hatten sie auch einen Sack mit Geschenken dabei – für alle Kinder, die die Männer mit den roten Zipfelmützen mal aus der Nähe betrachten wollten. Es gab Spielzeugautos, Haarreifen, Tierfiguren – eine Kleinigkeit eben von denen, über die sonst auch mal geschimpft wird, weil sie mit ihrem großen Müllwagen im Weg stehen. Dessen Stern trug übrigens auch eine tiefrote Rentiernase. Und eine Fortsetzung folgt? „Ein paar Ideen hätten wir noch“, sagen sie. Und schmunzeln.

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