Meinhard Nitsch und Bernd Allendorf überzeugen

Schloß Burg. Rund um die Mauern von Schloss Burg stürmte es am Sonntagabend gewaltig: Nach einem sonnigen Frühlingstag hatte sich doch noch heftiger Regen breitgemacht. Aber genau dieses düstere Wetter passte bestens zur stürmischen Kammermusik, die in der Kemenate geboten wurde.

Meinhard Nitsch am Cello und Bernd Allendorf am Klavier hatten sich vier Stücke ausgesucht, mit denen sie einen Bogen vom Spätbarock über die Sturm und Drang-Zeit der Klassik bis in die feurige Spätromantik schlugen.

Die Eröffnung gestalteten die beiden erfahrenen Musiker mit barocker Eleganz und einer Sonate in G-Dur von Giovanni Battista Sammartini. Der um 1700 geborene Mailänder ist vor allem für seine über 70 Sinfonien bekannt, mit denen er diese Gattung begründete. Mit seinen Werken beeinflusste er Johann Willibald Gluck; Anleihen finden sich aber ebenso bei Joseph Haydn.

Dieser kurze und kräftige Einstieg machte Lust auf mehr: Weiter ging es mit einer Sonate in g-Moll op. 5 Nr. 2 von Ludwig van Beethoven. Hier "tobten sich die Musiker aus": Nitsch griff ebenso engagiert in die Saiten wie Allendorf in die Tasten.

Aus dem harmlosen Beginn entwickelten sie im Zwiegespräch prickelnde Läufe, stürmische Passagen und landeten zwischendurch weich in elegischen Ausführungen. Auch der zweite Satz gelang tadellos - diesmal zeigte das Duo, dass auch mit dem Klavier als führende Stimme alles bestens klappt.

Nach der Pause heiterte sich das Programm auf - draußen wurde es jetzt aber erst richtig dunkel: Wie ein munterer Spaziergang wirkte die Elegie op. 24 von Gabriel Fauré (1845 - 1924). Dieser Schüler von Camille Saint-Sa‰ns tat sich zu Lebzeiten vor allem durch chorale Kompositionen hervor, hatte aber - wie von Bernd Allendorf und Meinhard Nitsch bewiesen - auch in kammermusikalischen Dingen durchaus Ahnung von guter Musik.

Zum Schluss wurde es noch einmal feurig und lebhaft, mit der Sonate in F-dur op. 6 von Richard Strauss. Dabei schonten die Musiker sich nicht - hastiges Umblättern war von allem für Bernd Allendorf gefordert. Das beeinträchtigte die musikalische Darbietung aber keineswegs. Als roter Faden zogen sich auch im letzten Stück wie in allen vorhergehenden Zwiegespräche hindurch, die von den eingespielten Musikern lebendig ausgeführt wurden.

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