Infektionskrankheit

Mehrere Fälle von Affenpocken in Wuppertal - aber keine Impfungen

Das Affenpocken-Virus wurde unter einem Rasterelektronenmikroskop sichtbar gemacht und koloriert.
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Das Affenpocken-Virus wurde unter einem Rasterelektronenmikroskop sichtbar gemacht und koloriert.

Betroffen von einer Infektion mit Affenpocken ist auch in Wuppertal vor allem ein Geschlecht. Impfungen sind aber vor Ort nicht möglich.

Von Anne Palka

Wuppertal. In Wuppertal wurden mittlerweile zwölf Infektionen mit Affenpocken bestätigt. Elf der Erkrankten sind Männer, sechs davon in den 20ern, je einer in den 30ern und 40ern sowie zwei in den 50ern. Außerdem hat sich eine 23-jährige Frau infiziert. Bundesweit gab es laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bisher 3607 Fälle, davon nur 18 bei Frauen.

„In Wuppertal gibt es eine kleine Anzahl an Affenpockeninfektionen“, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting. „Die Bearbeitung dieser Fälle erfolgt durch das Gesundheitsamt im Rahmen der normalen Bearbeitung von meldepflichtigen Infektionskrankheiten.“ Eine besondere Belastung für das Amt stelle dies nicht dar. „Bei insgesamt rückläufigen Infektionszahlen in Deutschland erwarten wir auch keine relevante Zunahme der Affenpockenfälle in Wuppertal.“

Den ersten Fall in der Stadt gab es in der Kalenderwoche vom 20. bis zum 26. Juni, so die Daten des RKI. In den Wochen danach wurden oft ein bis zwei neue Fälle bekannt, wobei es auch einzelne Wochen ohne Neuinfektion gab. Den bislang letzten Wuppertaler Fall verzeichnete das RKI in der Woche vom 12. bis zum 18. September.

Im Mai, als es die ersten Fälle in Nordrhein-Westfalen, aber noch keinen in Wuppertal gab, sagte Stadtsprecherin Martina Eckermann, dass das Gesundheitsamt die Situation im Blick behalte. Damals wurde in einigen Bundesländern über die Möglichkeit von Quarantäne und Kontaktverfolgung gesprochen. „Das ist nichts anderes, als wir in den vergangenen zwei Jahren gemacht haben.“ Durch die Corona-Pandemie hätten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts viel Übung mit diesen Themen.

„Bei Verdacht auf eine Infektion mit Affenpocken sollte der Bürger sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben“, sagt Thomas Eiting. „Das weitere Vorgehen wird in Zusammenarbeit von dem behandelnden Arzt und dem Gesundheitsamt mit den Patienten besprochen“, unter Berücksichtigung der Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Anfang Juli hat das NRW-Gesundheitsministerium angekündigt, dass das Land die Impfung gegen Affenpocken für Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko vorbereitet. In Wuppertal steht der Impfstoff nach Wissen der Stadt bisher nicht zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium hat Anfang September eine aktualisierte Liste der Impfstellen veröffentlicht. Darauf stehen Ambulanzen der Universitätskliniken in Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster, außerdem mehrere Arztpraxen, die sich auf die Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten spezialisiert haben.

Das RKI empfiehlt die Impfung gegen Affenpocken derzeit nur bestimmten Personengruppen: einerseits Menschen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten, aber noch keine Symptome haben. Innerhalb von vier Tagen könne eine Infektion wahrscheinlich verhindert werden, innerhalb von 14 Tagen könne die Schwere reduziert werden. Andererseits Menschen, die während eines Affenpocken-Ausbruchs ein erhöhtes Risiko haben, dem Virus ausgesetzt zu sein. Darunter zählt das RKI Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben und häufig die Partner wechseln.

„Nach derzeitigem Wissen ist für eine Übertragung des Erregers ein enger Kontakt erforderlich“, so das RKI. Die Zahl der übermittelten Fälle sei seit Anfang August rückläufig.

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