Luise Paul: Sie lebte für den Widerstand

Nach langem Leiden verstarb, wie erst jetzt bekannt wurde, am Dienstag, dem 3. November 1998, die Wermelskirchenerin Luise Paul. Sie wurde 86 Jahre alt (geboren am 3. April 1912). Paul war eine der angesehensten Widerstandskämpferinnen des Bergischen Landes und hat als Kommunistin nach der Machtübernahme Hitlers am Widerstand gegen den Faschismus in Remscheid, in Wuppertal und Solingen teilgenommen.

Dafür wurde sie in dem großen Prozeß "Andreas Pflüger" Ende br12§1934 zu 17 Monaten Gefängnis verurteilt. Unvergeßlich bleiben ihre erfolgreichen Bemühungen um die Freilassung von Hugo Paul aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen.

Zweimal ist sie nach Berlin gefahren. Einmal in das Gestapo-Hauptquartier in der Prinz-Albrecht-Straße, ein anderes Mal zum Inspektor aller Konzentrationslager, Theodor Eicke. Jedes Mal erreichte sie die Erlaubnis, Hugo Paul zu besuchen. Sie erreichte auch, daß er entlassen wurde.

Unvergeßlich bleibt auch die erneute Verhaftung von Hugo und Luise Paul sowie deren Vater Fritz Klesper im Frühjahr 1943. Nach ihrer Freilassung trug sie dazu bei, daß Hugo Paul nicht zum Tode verurteilt wurde.

Nach dem Kriege folgt eine kurze Zeit der Aufbauphase, dann schon wieder der kalte Krieg, die erneute Verfolgung ihres Mannes, 1956 das Verbot der KPD, der frühe Tod von Hugo Paul, Hausdurchsuchungen, neue Diskriminierungen. Sie hat auch in dieser Zeit einen harten, manchmal verzweifelten Kampf geführt.

Erst in den 80er Jahren, den Jahren der Entspannung und der großen Ostermärsche, wird ihr Widerstand durch die Öffentlichkeit gewürdigt. Viele Menschen, vor allem jüngere, erleben sie bei unzähligen alternativen Stadtrundfahrten, auf denen sie über den Widerstand in Remscheid und im Bergischen Land erzählt. Sie war eine mutige Frau und wird in der Geschichte des Widerstandes der Frauen gegen den Faschismus einen hervorragenden Platz einnehmen.

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