Musik

Lied über das Bergische Land folgt Wuppertal-Hymne

Marcus Bielenberg hat die Hymne zu „Mein Wuppertal“ gedichtet und damit Tausende von Menschen erreicht. Foto: Andreas Fischer
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Marcus Bielenberg hat die Hymne zu „Mein Wuppertal“ gedichtet und damit Tausende von Menschen erreicht.

Nachdem die erste Single der Band Bollerkopp ein Youtube-Hit wurde, erschien gestern ein neuer Song über die Heimat.

Von Daniel Neukirchen

Wuppertal. Marcus Bielenbergs lokale Hymne „Mein Wuppertal“ verschwand zunächst für ein paar Jahre in der Schublade. Der Autor und seine Punkrock-Coverband The Rotten Dolls waren zunächst skeptisch. „Damit werden wir dann noch mit den Striekspöen verglichen. Das war die Befürchtung“, erinnert sich Bielenberg. Doch im vergangenen Jahr fiel der Text dem Gitarristen Markus Becker wieder in die Hände und die Band gab dem Song noch einmal eine Chance. Doch weil das deutsche Lied nicht so Recht zu den „Rotten Dolls“ passen wollte, formierten drei der Bandmitglieder kurzum die neue Gruppe Bollerkopp.

Der Mut zum Wuppertal-Song hat sich gelohnt. Seit Februar wurde das Video „Mein Wuppertal“ fast 22 000 mal auf der Video-Plattform Youtube aufgerufen. Bielenberg analysiert das Phänomen: „Man hat das Gefühl, die Leute haben darauf gewartet, dass jemand mit so einem Lied Stellung zur Stadt bezieht.“ Den Musiker habe es gewundert, dass es so wenige Lieder über Wuppertal gibt.

„Es handelt davon, im Urlaub zu sein und die Heimat zu vermissen.“

Marcus Bielenberg über das neue Lied „Bergisches Land“

Ja, da seien eben die Striekspöen, die in unzähligen Mundart-Liedern ihre Heimat besungen haben, aber viel mehr sei da auch nicht. Daher dachte sich Bielenberg „aus einer Laune heraus“: Einfach mal machen. Eigentlich hatte das Lied in einem ersten Entwurf noch sechs Strophen mehr, die am Ende rausgestrichen werden mussten. „Wuppertal gibt eben eine Menge an Stoff her.“

Trotz seines Glaubens an den Wuppertal-Song mit seinen Textzeilen wie „Von Barmen bis Elberfeld, schönste Stadt dieser Welt“ und „Du bist grün, und du bist grau, meistens stur und manchmal blau“ war Bielenberg dann am Ende doch erstaunt über den enormen Klick-Erfolg. „Hätte ich niemals gedacht“, sagt er.

Reich wird die Band durch den Song nicht. Genauer gesagt, verdient sie daran fast gar nichts. Zwar ist das Lied auch auf allen bekannten Streaming-Diensten wie Spotify verfügbar, aber die Einnahmen, die dadurch hereinkommen, seien äußerst gering. Und da Marcus Bielenberg nur den Text geschrieben hat und sich bei der Melodie bei Ewan MacColls Song „Dirty old town“ bedient hat, erhält die Band auch nur die Hälfte des „erspielten“ Geldes. „Das finanziert gerade die nächste Single“, sagt Bielenberg.

Die ist auch schon in Planung. Am gestrigen Freitag um 19 Uhr hatte auf Youtube das neue Bollerkopp-Stück „Bergisches Land“ Premiere. „Es handelt davon, im Urlaub zu sein und die Heimat zu vermissen“, fasst der 55-jährige Bielenberg zusammen. Im Video sind teils spektakuläre Drohnen-Aufnahmen aus dem Bergischen Land zu sehen, das vielleicht sogar in dieser Form noch nie besungen wurde. Bei „Bergisches Land“ handelt sich durch und durch um eine Eigenkomposition.

Nach dem Erfolg von „Mein Wuppertal“ wollen Bollerkopp noch mehr Lieder rausbringen. Bielenberg plant bereits ein Wuppertaler Weihnachtslied mit entsprechendem Video. Am Ende sollen genug Songs zusammenkommen, damit die neue Band einmal ein ganzes Set spielen kann.

Bielenberg freut sich auf Auftritte vor Publikum

Genau das fehlt Bielenberg nach eigener Aussage: Der enge Kontakt mit dem Publikum. Wegen der Corona-Pandemie kam es bislang nur zu einem herkömmlichen Auftritt von Bollerkopp – bei einer Karnevalsfeier Anfang des Jahres. „Vor dem Auftritt hatte ich Schiss“, erinnert sich Bielenberg, der bis dato noch nie in der fünften Jahreszeit auf der Bühne gestanden hat. Doch das Publikum kannte die Hymne schon und ließ sich mitreißen. Der Musiker sagt: „Nach zehn Sekunden war der Bann gebrochen und die Leute standen auf den Tischen.“ Die Feuertaufe war bestanden.

Ein zweiter Auftritt folgte später bei einem Konzert im Autokino auf dem Carnaper Platz. „Das war besser als gar nichts – aber einfach nicht das Gleiche“, sagt der Künstler. Er liebt es, wenn er den Leuten in die Augen schauen kann, wenn ein Funke überspringt. „Dafür machen wir das“, sagt Autor Marcus Bielenberg.

Aufruf

Für das Video zur geplanten Weihnachts-Single sucht die Band Bollerkopp noch Fotos, die das verschneite Wuppertal zeigen. Wer seine Bilder zur Verfügung stellen möchte, kann sie Marcus Bielenberg zuschicken:

marcus-bielenberg@ t-online.de

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