Naturschutz

Lebt bereits ein zweiter Wolf in NRW?

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DÜSSELDORF Erst im Oktober ist bekannt geworden, dass sich seit 150 Jahren wieder ein Wolf in NRW heimisch fühlt. Nun gibt es Hinweise auf ein zweites Tier.

Von Juliane Kinast

Seit rund 20 Jahren breitet sich der Wolf wieder in Deutschland aus – erst in diesem Jahr fand der erste in Nordrhein-Westfalen eine Heimat: Im Oktober gab das Umweltministerium bekannt, dass die Wölfin „GW954f“ bei Schermbeck lebe. Und schon bekommt sie möglicherweise einen Nachahmer: „Wir haben Indizien für einen zweiten Wolf in der Senne in Ostwestfalen“, sagt Sprecher Peter Schütz gegenüber unserer Zeitung.

Anfang des kommenden Jahres könnte demnach das nächste offizielle Wolfsgebiet im Land ausgewiesen werden. „Es kommt jetzt darauf an, ob wir ihn noch mal erwischen“, erklärt Schütz. Denn dieser Wolf reißt im Gegensatz zu der Schermbecker Artgenossin vorwiegend Wildtiere – was es schwieriger macht, seine Spur nicht zu verlieren.

„GW954f“ (German Wolf 954 female) macht es den Behörden da nicht sonderlich schwer. Gerade bestätigte das Landesumweltamt nach einem DNA-Abgleich, dass elf Ende Oktober in einem Wildgehege in Dinslaken getötete Damhirsche einem Wolf zum Opfer gefallen sind – die Individualisierung steht noch aus, wird weitere zwei bis drei Wochen dauern; es ist aber ihr Revier.

Dass sich ihr ein Partner anschließt, um ein Rudel zu bilden, dafür gibt es laut Schütz „keine Hinweise“. Die nächste Chance sei, wenn im Frühjahr junge Wölfe, die aus Rudeln etwa in Niedersachsen vertrieben würden, durch NRW zögen auf der Suche nach Artgenossen: „Sie ist hier so etwas wie eine Pionierin.“ Die Ansiedlung weiterer Wölfe hierzulande sei „ein langsamer Prozess, aber absehbar“, meint Schütz.

CDU und FDP im Landtag fordern die Landesregierung in einem gemeinsamen Antrag deshalb nun auf, eine Strategie zum Umgang mit dem Wolf zu entwickeln. Unter anderem müssten „Weidetierhaltern die Kosten für den Herdenschutz vollständig erstattet werden“, sagt Markus Diekhoff, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

Prompt kam am Donnerstag die Zusage vom Umweltministerium: „Das machen wir“, erklärt Schütz. Schaf- und Ziegenhalter sollten generell 100 Prozent der Kosten etwa für Elektrozäune ersetzt bekommen, bei Rinder-, Pferde- und Alpakahaltern diskutiere man die Voraussetzungen noch. „Immerhin“, so Schütz, „geht es um Steuergeld.“

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