Verkehr

Land sperrt Burgtalstraße für Baumfällungen

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Vor knapp einem Jahr musste die Feuerwehr ausrücken, weil Äste auf die Burgtalstraße gestürzt waren. 

Durchfahrt ist am Samstag und Sonntag für Autos blockiert. Naturschützer loben Pläne des Forstamtes.

Von Andreas Tews

Wer am Wochenende mit dem Auto über die Burgtalstraße (L 157) nach Oberburg will, muss einen größeren Umweg in Kauf nehmen. Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft teilte mit, dass es die dort vorgesehenen Baumfällarbeiten wie geplant in Angriff nimmt. Deswegen wird die L 157 für zwei Tage in beide Richtungen voll gesperrt. Nur Linienbusse dürfen durchfahren, kündigte Valentin Wiesmeyer vom Forstamt an.

Über welche Straßen wird der Verkehr umgeleitet?

Der allgemeine Verkehr wird am betreffenden Wochenende umgeleitet. Eine Ausweichstrecke wird laut Wiesmeyer über die Eschbachstraße und Wermelskirchen-Pohlhausen ausgeschildert. Angekündigt ist die Sperrung für Samstag und Sonntag. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte der Mann vom Forstamt allerdings angedeutet, dass die Arbeiten bereits am Samstag erledigt sein könnten. Den Sonntag habe man als „Puffertag“ eingeplant.

Warum werden Bäume gefällt?

Bei Kontrollgängen im Spätsommer hatten Fachleute laut Wiesmeyer festgestellt, dass an der Burgtalstraße viele abgestorbene oder stark geschädigte Bäume stehen, die auf die Fahrbahn zu fallen drohen. Die Dürre von 2018 habe vom Eschentriebsterben betroffene Eschen und die vom Borkenkäfer befallenen Fichten zusätzlich geschwächt und in vielen Fällen absterben lassen. Zudem habe sich der Anteil an abgestorbenen Ästen in den Kronen vervielfacht. Dies betreffe vor allem Eichen, Buchen und Hainbuchen. Gefällt werden vor allem stark in Richtung Straße geneigte sowie kranke und faule Bäume. Wiesmeyer betont, dass der Landesbetrieb Straßen, in dessen Auftrag die Forstbehörde handele, dazu verpflichtet sei, für die Sicherheit an der Straße zu sorgen.

Für die Arbeiten sollen die steilen und erosionsgefährdeten Hänge nicht befahren werden. Nach der Mitteilung der Landesforstbehörde werden dabei spezielle Fällbagger und ein Fällkran eingesetzt.

Werden neue Bäume nachgepflanzt?

Der Landesbetrieb Wald und Holz will laut Wiesmeyer dafür sorgen, dass an den Hängen entlang der Burgtalstraße der Wald langfristig aufgewertet werde. Zwar würden bis zu 300 Gehölze entfernt – darunter etwa 30 Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern. Durch das Ausdünnen wolle man aber die Lebensbedingungen für Pflanzen im Unterholz verbessern. So hofft der Förster, dass eine größere Artenvielfalt erreicht wird. Wiesmeyer spricht von einer „baumartenreichen Naturverjüngung“. Das bedeutet, dass die Förster darauf setzen, dass sich bestimmte Pflanzenarten über natürliche Aussaat von selbst ausbreiten. „Falls diese Naturverjüngung wider Erwarten ausbleibt“, so versichert Valentin Wiesmeyer, „werden diese Lücken durch Pflanzungen heimischer blühender Baum- und Straucharten ergänzt“.

Was geschieht mit dem Holz?

Das Holz der gefällten Bäume wird mit einem Großhacker zerkleinert und mit Lastwagen abtransportiert. Der Landesbetrieb verkauft es an kommunale Heizkraftwerke.

Was sagen Vertreter der Stadt und der Naturschutzverbände?

TROCKENE BÖDEN

PFLEGE Die Behörden haben die Pflege der Bäume an Straßen jahrelang vernachlässigt.

STRESS Die Trockenheit der vergangenen Jahre bedeutet für die Bäume zusätzlichen Stress. Der Boden ist nur bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern normal durchfeuchtet. Darunter ist er zu trocken. Absterbende Bäume sind die Folge.

Dass der Landesbetrieb Wald und Holz die Bevölkerung vor Beginn der Arbeiten informiert, loben Enrique Pless, Vorsitzender des Solinger Naturschutzbeirates, und der Vorsitzende des Umweltausschusses, Bernd Krebs (CDU). Positiv heben sie auch hervor, dass bei einer ausbleibenden Naturverjüngung nachgepflanzt werden soll. Beides unterscheide das Vorgehen von Straßen NRW im Zusammenhang mit Fällarbeiten an der Burger Landstraße.

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