Baustellen bis 2025

Das Land sperrt tagelang die A 46

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Die Hansa-Galerie: Das 574 Meter lange Lärmschutzbauwerk zwischen den A-46-Ausfahrten Elberfeld und Katernberg wurde 2004 fertiggestellt. Wegen einer EU-Richtlinie muss nun nachgerüstet werden. 

NRW Straßen NRW stellte sich in der Stadthalle den Fragen von Bürgern zu den Baustellen bis 2025.

Von Daniel Neukirchen

Wenn das Land bis 2025 auf der A 46 zwischen dem Sonnborner Kreuz und Wichlinghausen 13 Brücken ersetzt, Spuren ausbaut, Lärmschutzwände errichtet und Flüsterasphalt aufträgt, wird das Wuppertal zeitweise empfindlich treffen. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete A-46-Projektleiter Alois Höltgen, dass es – voraussichtlich im August/September 2022 – im Bereich Wichlinghausen für rund fünf Tage eine Vollsperrung der A 46 in eine Fahrtrichtung geben muss, wenn der neue Asphalt aufgebracht wird. Im Baubereich Katernberg bis Elberfeld, in dem bis 2025 die Brücke Uellendahler Straße neu errichtet und die Hansa-Galerie ersetzt oder erneuert wird, wird in gleicher Weise eine Vollsperrung nötig.

Zudem werde es immer wieder passieren, dass übers Wochenende nur eine Fahrbahn pro Fahrtrichtung geöffnet bleiben kann. Allein im Bereich Wichlinghausen, wo im Herbst 2019 die Brücke aus dem Jahr 1964 ersetzt wird, soll es laut Hötgen rund zehn Mal zu solchen Einschränkungen kommen, die erfahrungsgemäß die Ausweichstraßen in Wuppertal stark belasten. Mario Korte, Abteilungsleiter Straßenbau, betonte jedoch, dass im normalen Baustellenalltag mindestens zwei Spuren in jede Fahrtrichtung erhalten bleiben: „Wir wollen den Verkehr auf der Autobahn belassen.“

Immer wieder fällt das Stichwort Lärmschutz

ÜBERSICHT

WESTRING-SONNBORNER KREUZ Neben dem laufenden sechsspurigen Ausbau sind bis 2025 weitere Maßnahmen geplant. Die Brücken Sonnborn, Sonnborner Ufer sowie die Wupperbrücke bei Möbeck werden erneuert.

WICHLINGHAUSEN-BARMEN Hier kommt es von 2019 bis 2025 zu einigen Baumaßnahmen. Betroffen sind unter anderem die Brücken Schellenbeck und Wichlinghausen.

KATERNBERG-ELBERFELD Ab 2019 wird die Brücke Uellendahler Straße unterstützt, damit sie abgerissen werden kann. Die Maßnahme hängt von der Zukunft der Hansa-Galerie ab.

Mit Detail-Informationen dieser Art versorgte Straßen NRW Ende voriger Woche interessierte Wuppertaler Bürger bei einer Informationsmesse in der Historischen Stadthalle. Zehn Mitarbeiter des Landesbetriebs beantworteten an sieben Themen-Wänden die Fragen der Gäste. Vor allem Anwohner nahmen das Angebot an, so dass sich der Mendelssohn-Saal schon eine halbe Stunde nach Start der Veranstaltung sehr gut gefüllt hatte. „Das ist für uns ein neues Format“, sagte Mario Korte. Straßen-NRW-Regionalleiter Dirk Griepenburg nannte den Andrang in Wuppertal „ideal“. Reinhard Servers drückt seinen Finger auf die technische Zeichnung der A 46 an der Anschlussstelle Wichlinghausen. „Da wohne ich“, sagt er und zeigt in den Bereich unmittelbar neben der Autobahn. Vor 65 Jahren zog Servers in das Haus, das damals noch in einer ganz anderen Welt stand. „Das war eine Idylle. Vor dem Küchenfenster nur Wiesen, Felder und Kühe. Auf einmal kamen die Bagger“, erzählt er. Erst hatte Servers die damalige B 326 vor der Haustür, die einmal für 30 000 Autos am Tag ausgelegt war. Inzwischen stößt die Stadtautobahn an die 100 000er-Grenze – zum Leidwesen des Anwohners. „Bei Ostwind ist der Lärm in meinem Garten unerträglich“, sagt Servers. Er ist froh, dass nun auch die Auf- und Abfahrt Wichlinghausen in etwa einem Jahr eine eigene Lärmschutzwand bekommt. Servers lächelt: „Dann mache ich eine Flasche Sekt auf.“

Servers ist kein Einzelfall. Fast an jeder Stellwand stehen Anwohner. Und immer wieder fällt das Stichwort Lärmschutz. Wiltrud Witt-Krause wohnt am Boltenberg und fühlt sich im Moment schutzlos dem Lärm ausgesetzt. Auch sie soll in Zukunft von einer neuen Lärmschutzwand profitieren. Doch richtig zuversichtlich wirkt sie noch nicht: „Die Skepsis überwiegt, denn die Bauarbeiten werden doch schon Beeinträchtigungen bedeuten.“

Steffen Wolf interessiert sich für den Bereich der Hansa-Galerie. Derzeit prüft Straßen NRW, ob das marode Bauwerk durch einen Neubau oder eine Lärmschutzwand ersetzt werden kann. Steffen Wolf sorgt sich, dass die Wand zu hoch wird: „Jetzt habe ich einen freien Blick über die Stadt. Den sehe ich Schwinden.“ Zudem befürchtet er einen Wertverlust seines Hauses. Der Wunsch der Anwohner an der Hansastraße sei, dass die Galerie in einen Tunnel umgebaut wird, um so einen maximalen Lärmschutz zu erreichen.

Projektleiter Alois Höltgen hat für Skeptiker eigentlich klare Worte: „Bis 2025 bedeutet unser Umbau für jeden eine Verbesserung.“ In allen drei Bereichen – Westring-Sonnborner Kreuz, Katernberg-Elberfeld und Barmen-Wichlinghausen – soll es durch den neuen offenporigen Asphalt und neue Lärmschutzwände eine Entlastung für die Anwohner geben.

Übrigens: Am Sonnborner Kreuz bleibt die Vollsperrung aus. Alois Höltgen und seine Planer haben immer wieder versucht, Konzepte zu erarbeiten, um die Bauarbeiten in diesem Bereich durch eine kurze Sperrung des Kreuzes schneller voranzutreiben. Doch das Ergebnis ist eindeutig: „Ohne das Sonnborner Kreuz geht es einfach nicht.“

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