Längst verdrängte Rinderrassen wieder ins Bergische geholt

Oberberg (jul). Es gibt wieder "Rote Kühe" im Bergischen Land. Da stehen die Roten nun wieder auf den satten grünen bergischen Weiden und freuen sich ihres Lebens. Mit Hilfe der Arche Gruppe Bergisch Land wurden im hessischen Vogelsbergkreis eine Kuh mit Kalb, ein tragendes Rind und zwei Mutterkälber gefunden, die fortan die Milchviehherde von Bauer Franz Josef Hamm aus Herkenrath bereichern soll.

Es dürfte etliche Jahrzehnte her sein, als das letzte Exemplar des Roten Höhenviehs von den Weiden des Bergischen Landes verschwand. "Milchleistung nicht ausreichend", war das vernichtende Urteil, das nach der Umstellung der bergischen Landwirtschaft auf Grünland und der damit einhergehenden Spezialisierung der bergischen Landwirte auf Milch, über diese alte Rinderrasse gefällt wurde. Verdrängt wurden die Roten, die über Jahrhunderte vielen bergischen Bauern Milch, Fleisch und Arbeit gegeben hatten, durch moderne Hochleistungskühe, die praktisch nur noch aus Haut, Knochen und Euter bestehen.

Die neue Kenngröße hieß nicht mehr Lebensleistung, sondern Jahres-Milchleistung. Auch Bauer Hamm hat im Laufe der Jahre eine solche Herde aufgebaut. Auf die Frage, wie er nun ausgerechnet auf die Rote Kuh gekommen ist, verrät er: "Diese alten Rassen setzten mein Kraftfutter, das ich selbst aus Getreide und Futtererbsen erzeuge, sehr effektiv in Milch um. Ich muss kein industriell erzeugtes Kraftfutter zukaufen und komme auf eine Milchleistung, die sich für mich gut rechnet. Außerdem passt diese Kuh viel besser in meinen typisch bergischen Stall als die viel größeren Hochleistungstiere."

Und Cornelia Kellinghusen-Schröder, die dieses Projekt der Arche Gruppe Bergisch Land vor Ort bei Landwirt Hamm betreut, ergänzt: "Die Kosten für den Tierarzt werden ganz sicher weniger werden, weil diese Tiere eine sehr viel robustere Konstitution besitzen, leichter kalben und mit dem bergischen Klima prima zurecht kommen. Und wenn eine Kuh geschlachtet wird, dann kommt zukünftig nicht der Abdecker auf den Hof, sondern ein Metzger, der aus dem Fleisch der Roten Kuh noch eine schmackhafte Wurst herstellt."

"Alte" Schweine im Haus Dahl äDie Arche Gruppe Bergisch Land wurde 1997 als Regionalgruppe der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) in Lindlar gegründet. Die Mitglieder stellen sich die Aufgabe, alte Nutztierrassen wieder anzusiedeln.

Das sind aber Ausstellungen, die häufig in enger Zusammenarbeit mit dem Bergischen Freilichtmuseum in Lindlar durchgeführt werden. Die nächsten Ausstellungen finden statt am Muttertag, dem 16. Mai, im neu eröffneten "Haus Dahl" in Müllenbach, mit der Präsentation alter Schweinerassen.

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