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Die Küche auf dem Campus garantiert abends eine Mahlzeit

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Julia Kley (24) und Daniel Mache (32) gehören zum Koch-Container-Team. 

WUPPERTAL Studierende haben einen Container zur Kochgelegenheit umgebaut.

Von Martin Hagemeyer

Täglich außer Haus büffeln und trotzdem selbst kochen: Das wünschen sich viele Studenten statt Mensa oder Imbiss. Am Campus Haspel haben sie nun die Möglichkeit, im Hof steht seit April eine frei nutzbare Kochstelle. Der schmucke Container steht für Verpflegung, Belebung und Studienarbeit zugleich.

Die kleine Gemeinschaftsküche ist ein Projekt der Fachschaft Architektur. Nicht alle Macher gehörten ihr zunächst an, doch ist es kein Zufall, dass die Einrichtung gerade diesem Fach entstammt. Es gehört zu denen, die praktische Entwürfe verlangen. Hierzu gibt es eine hauseigene Werkstatt, in der zum Beispiel die städtebaulichen Modelle hergestellt werden, die oft im Foyer zu sehen sind.

Herd, Kühlschrank, Mikrowelle und Spüle

Auch die Küche war letztlich ein Studienprojekt. Realisiert wurde sie unter dem Titel „Transformationen im urbanen Kontext“ in einem Sachbereich des sechsten Semesters. Was etwas trocken klingt, ist aber eine „Studienarbeit“ mit praktischem Nutzen: Den Campus macht sie schöner, Studierende macht sie satt. Daran bleibt vor Ort kein Zweifel. Einladend wirkt der Kasten heute, der einst vom Bauingenieurwesen errichtet worden war, nach Erinnerung der Fachschaftler aber keinen erkennbaren Sinn mehr hatte. Er enthält nun Herdplatten, Kühlschrank, auch Mikrowelle – vieles gebraucht, aber funktionstüchtig. Und als Spüle hat das Team, so puristisch wie geschickt, eine Schüssel in einen alten Schrank eingebaut.

Eine Meldung bei der Fachschaft genügt, die dann den Schlüssel ausgibt. Alles da – und mehr als das: Die ungewöhnlichen Sitzmöbel vor der Tür, erklären die Macher, sind eigens für den Freiluftverzehr hier konstruiert – ein Beispiel für eine weitere beteiligte Arbeitsgruppe. Eine dritte pflanzte Gemüsebeete an.

Zurück zum Ursprung: Mit ihren praktischen Aufgaben war also Architektur die richtige Disziplin für die kreative Versorgungsidee. Doch in dem Fach herrschte auch eine Not, die Idee auf den Weg brachte: Man arbeitet viel nachts. „Die Zeitvorgaben sind sehr eng“, erklärt Student Daniel Mache. Neben Vorlesungs- und Seminarbetrieb seien besagte Modelle zu entwerfen und konstruieren, und zwar schrittweise: Entwürfe und Umsetzung liefen verzahnt mit Rücksprache mit den Dozenten. Beim „Bauen“ ist die Nacht demnach fast Standard. Und der späte Magen braucht sein Futter: Die Mensa-Zweigstelle des Hochschulsozialwerks ist so spät natürlich nicht in Betrieb.

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