Baustelle

Kritik an der Treppensanierung am Mirker Bahnhof

Als Kind hat Heinz Gerhards mit Freunden auf der Treppe gespielt.
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Als Kind hat Heinz Gerhards mit Freunden auf der Treppe gespielt.

Wuppertal. Lange wurde die Treppe am Vorplatz des Mirker Bahnhofs sich selbst überlassen, Steine waren lose, Unkraut wuchs in den Fugen.

Von Anne Palka

Derzeit ist sie eine Baustelle, die Treppe wird saniert. Den Beginn der Arbeiten begrüßt Heinz Gerhards zwar – jedoch nicht, wie sie durchgeführt werden. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum man die Möglichkeit nicht nutzt, den Originalzustand wiederherzustellen.“ Er ist in der Nähe der Treppe aufgewachsen, erzählt, dass sie früher ein Spielplatz für ihn und seine Freunde war. Mit Blick auf die Sanierungspläne der Stadt hat er eine Petition gestartet: Bisher 162 Unterstützer sprechen sich dagegen aus, dass der östliche Teil abgerissen wird, später hinzugekommene höhere Mauern beibehalten werden und in der Mitte ein Geländer statt eine Mauer angebracht wird.

„Das widerspricht dem Denkmalschutz, das alles hat mit Denkmalschutz nichts zu tun“, sagt Heinz Gerhards. In der Denkmalliste der Stadt ist der Mirker Bahnhof aufgeführt, einschließlich Vorplatz und Treppenanlage. Sie sei „in Korrespondenz zum Empfangsgebäude in rotem Backstein mit gelben Zierbändern“, heißt es in der Beschreibung des Denkmals. „Der gelbe Streifen hat etwas ganz Besonderes“, findet Gerhards. Er werde zukünftig nicht mehr durchgängig zu sehen sein, auch die Symmetrie des Bauwerks werde bei der Sanierung zerstört.

„Beim Denkmalschutz ist es so: Wenn die denkmalwerte Substanz weg ist, ist sie weg. Denkmalschutz hat keine Ambitionen, Denkmäler wieder aufzubauen“, sagt Dieter Bieler-Giesen, der das Projekt für die Stadt leitet. Eine Rekonstruktion finde statt, wenn der Bauherr es so möchte, weil es als schön empfunden wird. Als im August absehbar wurde, dass die Arbeiten bald beginnen können, erklärte er: „Das ist nicht nur eine Sanierung, sondern sogar mehr, eine Rekonstruktion.“ Die Mauerbrüstung werde zum Teil nach historischem Vorbild wiederhergestellt, dazu seien ausreichend originale Bauteile vorhanden. Es werde bei der Sanierung mehr gemacht, als der Denkmalschutz rechtlich eigentlich erfordere.

Heinz Gerhards kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. Im Juni 2020 hatte er bereits Kontakt mit Dieter Bieler-Giesen zu diesem Thema. Gerhards habe das Gefühl, dass sich die Denkmalschutzbehörde gar nicht richtig für die Treppe interessiere. Es gebe Unterlagen und Zeitzeugen, die von dem älteren Zustand berichten können. Gerhards befürchtet, dass die Treppe einfach möglichst schnell fertig werden soll, bevor im Juni der internationale Architektur-Wettbewerb Solar Decathlon auf dem Areal hinter dem Mirker Bahnhof stattfindet. Außerdem kritisiert er, dass ein versprochener Ortstermin nicht stattgefunden habe. Er werde in den nächsten Wochen stattfinden, sagt Dieter Bieler-Giesen.

Der Zustand der Treppe war jahrelang Dauerärgerthema im Quartier. Nun liege die Baustelle im Zeitplan, heißt es von der Stadt. Am Tag der Städtebauförderung Mitte Mai soll die fertig sanierte Treppe präsentiert werden – wenn die Witterung bis dahin alle Arbeiten zulässt.

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