Kölner Porsche-König prellt Lenneper Volksbank

Remscheid/Köln. Er tanzte mit Prinzessin Caroline, trank Schampus mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und brachte die Volksbank Remscheid-Solingen um Millionen: Franz-Georg ("Schorsch") Loos (56), in Köln nur "Porsche-König" genannt.

Der per Haftbefehl gesuchte Ex-Millionär, einst mit eigenem Rennstall in Remscheid tätig, steht in dem dringenden Verdacht, "fünf Nobelkarossen der Marke Ferrari für 2,13 Millionen Mark verschoben zu haben", erklärt Regine Appenrodt, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Köln. Geschädigte ist die Volksbank Remscheid-Solingen mit Hauptsitz am Tenter Weg in Lennep. Laut Staatsanwaltschaft dienten die Nobelautos den Volksbankern als Sicherheit für einen Rahmenkredit über 11,3 Millionen Mark, den die Bank an Loos` Mutter Claire vergeben hatte. Das Versäumnis der Banker: Sie verzichteten darauf, die Fahrzeugbriefe als Sicherheit einzubehalten, erklären Kripo und Staatsanwaltschaft. Jetzt ist der säumige Zahler nicht greifbar.

Laut den Kölner Ermittlern befindet sich der einstige Playboy auf der Flucht und hält sich möglicherweise im Ausland auf. Von einer Flucht nichts wissen will hingegen Loos` Strafverteidiger Norbert Gatzweiler. Er hat für seinen Mandanten bereits Haftbeschwerde eingelegt und nennt die erhobenen Veruntreuungsvorwürfe "völlig unbegründet". Schweres Geschütz führt zugleich Loos` Anwalt in Zivilsachen gegen die Volksbank Remscheid-Solingen auf: "Da fühlt man sich jetzt ganz schrecklich betrogen." Dabei sei die Kreditvergabe der Lenneper "unter äußerst fragwürdigen Umständen zustande gekommen".

Von den Volksbankern, denen durch ihren leichtfertigen Umgang mit den Fahrzeugpapieren und dem Verkauf der fünf Ferrari bisher ein Schaden von 2,13 Millionen Mark entstanden ist, war keine Stellungnahme zu erhalten: "Wir haben uns nichts vorzuwerfen", hieß es kurz aus der Rechtsabteilung. Weiter wollte das Institut seine Geschäfte mit "Porsche-König" Loos nicht kommentieren. Der finanzielle Niedergang des einst millionenschweren Partylöwen begann Ende der 80er Jahre. Bei Loos` "Gelo-Racing-Team" liefen Steuerschulden auf, 1987 kam die Pleite. Loos` Geschäfte aber gingen weiter. Bis im vergangenen Jahr auch die Beziehungen zur Volksbank platzten. Die Bank löste den 11,3-Millionen-Kredit auf und verlangte die Ferrari - zu spät: Die Karossen waren verkauft und der "Porsche-König" weg.

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