Gericht

Kinderpornos: Suspendierung droht

HAAN Polizist aus Haan muss 2250 Strafe zahlen.

Von Dirk Lotze

Ein 45 Jahre alter Polizist aus dem Kreis Mettmann ist nicht rechtskräftig wegen Besitzes von Kinderporno-Fotos verurteilt. Bei einer Durchsuchung 2013 in seiner damaligen Wohnung in Haan stellten seine Kollegen eine CD mit den verbotenen Medien sicher. Das Landgericht in Wuppertal bestätigte erneut ein früheres Urteil: Hat es Bestand, muss der bereits suspendierte Familienvater 2250 Euro Strafe zahlen. Er muss dann damit rechnen, dass ihn die Polizei aus dem Dienst entfernt.

Die vorsitzende Richterin fasste zusammen: „Es geht ,nur‘ um eine CD. Schlimm genug.“ Beamte hatten berichtet, „eine unglaubliche Menge“ Datenträger gefunden zu haben, teils in einen Schrank gestopft: Spielfilme, legale Erwachsenen-Pornos und eben die CD, auf die sich das Verfahren bezieht. Eine Beschriftung habe den Inhalt klar bezeichnet. Ansonsten hätten die Beamten sie womöglich gar nicht entdeckt: „Es war so ungeheuer viel. Alles, was nach bekannten Kinofilmen aussah, haben wir direkt aussortiert.“

Angeklagter lebt mit neuer Partnerin in einer anderen Stadt

Laut Angeklagtem war die CD Jahre alt. Vor seiner früheren Ehe habe er versucht „privat zu ermitteln“ und die Materialien aus einer Tauschbörse heruntergeladen: „Das war ein Fehler.“ Damals, mit Anfang 30, habe er sich Lob und Aufstieg in der Polizei erhofft. Er fügte hinzu: „Es führte allerdings zu Schwierigkeiten im privaten Bereich.“

Der Staatsanwalt verdeutlichte dem 45-Jährigen: „Vor der Ehe hat ihre damalige Lebensgefährtin eine Mappe mit Bildern gefunden und Ihnen Ihre Erklärung nicht abgenommen. Später hat sie einen Internet-Chat zwischen Ihnen und einer womöglich 16-Jährigen gesehen und Ihnen wieder nicht geglaubt. Sie ist immer wieder darauf zurückgekommen.“ Die Frau habe dann im gemeinsamen Computer Foto-Dateien gefunden. Das habe über einen Umweg über eine weitere Person zur Anzeige geführt. Er wies die Angaben des Verteidigers zurück, der Angeklagte habe die CD vergessen und sie damit „nicht mehr besitzen wollen“: Da könne man sich ja ein Kilo Drogen in den Keller legen und sobald man das vergessen hätte, würde man nicht mehr bestraft.

Das Gericht stimmte zu und fügte zum Thema Vergessen hinzu: „Die Frage ist, ob wir das glauben. Und die Antwort ist klar: Nein.“

Der Angeklagte lebt inzwischen mit neuer Partnerin in einer anderen Stadt. Gegen das Urteil kann er erneut Rechtsmittel einlegen. Dem Gericht sagte er: „Ich will wieder Polizist sein.“

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Ein Brief an Greta Thunberg

Ein Brief an Greta Thunberg

Tote Rentnerin in Wuppertal: Tatverdächtiger gefasst

Tote Rentnerin in Wuppertal: Tatverdächtiger gefasst

Durchfahrt Unterburg ist ab Montag gesperrt

Durchfahrt Unterburg ist ab Montag gesperrt

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

Kasino könnte die Kasse klingeln lassen

BMW-Unfall: Fahrer hat keinen Führerschein

BMW-Unfall: Fahrer hat keinen Führerschein

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren