Landgericht

Kinderarzt im Mordprozess: „Das war eine intakte, glückliche Familie“

Die 28-jährige Mutter soll fünf ihrer sechs Kinder in der Badewanne getötet haben. Archivfoto: Tim Oelbermann
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Die 28-jährige Mutter soll fünf ihrer sechs Kinder in der Badewanne getötet haben.

Am Freitag sagte der Kinderarzt der Familie im Prozess um fünf getötete Kinder aus.

Von Dirk Lotze

Solingen/Wuppertal. Unauffällige Arztbesuche, nur kleine Gesundheitsstörungen und ein harmonisches Miteinander – so beschreibt ein Kinderarzt den Hintergrund einer Solinger Familie, in der die Mutter unter Anklage steht, fünf ihrer sechs Kinder ermordet zu haben. Der Mediziner sagte am gestrigen Freitag im Landgericht Wuppertal aus.

Er habe die Getöteten über Jahre betreut und zusammen mit der Angeklagten und ihrem Mann erlebt: „Das war eine intakte, glückliche Familie.“ Laut Staatsanwaltschaft soll die 28-Jährige am 3. September 2020 in der Familienwohnung fünf Kinder im Badezimmer getötet haben. Sie habe die drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren und zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren in der Wanne ertränkt oder mit Händen erstickt. Zuvor habe sie die Kinder mit Medikamenten schläfrig gemacht.

Der älteste Sohn (12) überlebte: Er war in der Schule. Am Tattag soll sich anhand von Handy-Nachrichten die Trennung der Angeklagten von ihrem Lebenspartner zugespitzt haben, der sich nicht in der Wohnung aufhielt. Die Frau schweigt, das Gericht rekonstruiert den Ablauf. Der Kinderarzt ist einer der wenigen, außenstehenden Zeugen, der die Familie über längere Zeit erlebt hat. Die Angeklagte kennt er als Patientin schon aus ihrer Kinderzeit. Damals habe sie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und viele andere Probleme gehabt, aber später nicht mehr. Sein Fazit: „Sie hatte sich toll gemacht.“

Als Mutter habe er sie liebevoll erfahren, der Vater sei dabei gewesen und ihre Kinder waren „normal und angenehm“. Der Arzt wird dem Gericht seine Behandlungsnotizen zur Verfügung stellen. Fortsetzung: 20. September.

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