Ausstellung

Kinder entwickeln ein Gespür für Gefahren

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Mae (8) und Jan (8) testen eine der zehn Stationen bei der Wanderausstellung im Megafon. 

BURSCHEID Die Ausstellung „Fühlfragen“ feiert in Burscheid ihr zehnjähriges Bestehen. Sie will für wichtige Themen sensibilisieren.

Von Ursula Hellmann

AUSSTELLUNG

KIRCHENKREIS Die pädagogische Leitung liegt beim Fachdienst Prävention des Diakonischen Werkes des Evangelischen Kirchenkreises Lennep. Veranstalter für den Ausstellungsbetrieb vor Ort ist das Amt für Familie und Jugend des Rheinisch-Bergischen Kreises. Dieses übernimmt auch die Ausstellungskosten von 1,50 Euro pro Kind.

Bunte Sitzkissen und seltsame Hocker bildeten einen Kreis auf dem Boden im Jugendzentrum Megafon. In den vergangenen drei Wochen hatten 310 Schüler der Klassen drei und vier darauf gesessen und zugehört, wenn Sabine Henke vom Fachdienst Prävention ihnen erklärte, was es mit der Ausstellung „Fühlfragen“ auf sich hat. Rings um die Kissen waren zehn Stellwandgruppen aufgebaut. Auf ihnen waren Bilder und Worte, es gab auch Knöpfe zum Drücken, und in der hintersten Wand waren sogar schmale Schlitze, in die ein Kinderfinger hineinpasste. Die neunjährige Mara ging noch einmal von Stand zu Stand zusammen mit ihren Eltern. Mara sagte zur Mama: „Fühl doch mal, was in dem Schlitz drin ist.“ Und Mama steckte ihren Finger ein Stück weit in das dunkle Loch. „Huch! Was war denn das? Es hat mich gepikst!“ Mara wusste es ja schon und lachte. „Da sind Nägel drin – und in dem daneben fühlt es sich ganz glibberig an.“

Die Wanderausstellung „Fühlfragen“ stellte den acht- bis zehnjährigen Burscheider Grundschülern zum fünften Mal diese Ausprobier-Stationen vor, wobei sie diesmal vom Haus der Kunst ins Megafon wechselte. Vom Rheinisch-Bergischen Kreis initiiert, feiert dieser Mitmach-Parcours in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen.

Schulen können das komplette Material anfordern und nutzen, um Kindern auf spielerische Art zum Teil schwierige Gefühle wie Streit, Zorn, deren Lösungsmöglichkeiten, aber auch gute und böse Geheimnisse offen anzusprechen sowie sich Körperidentität bewusst zu machen. Das Bild mit dem unbekleideten Mädchen zum Beispiel trägt bald an all den Stellen einen Magnetmarker, wo es dem Mädchen oder Jungen vor dem Bild selbst unangenehm wäre, berührt zu werden. Ein gewollter Nebeneffekt: Durch Namensaufkleber merken sich auch Kinder, deren Deutschkenntnisse noch Lücken haben, leichter die korrekten Namen der Körperteile.

Sabine Henke, Selina Konezny und Lisa-Mareike Strunck vom Fachdienst Prävention nahmen sich für jede Schulklasse 90 Minuten Zeit, Fragen zu beantworten, Anregungen zum gemeinsamen Diskutieren zu geben und ihre Gefühle bei den einzelnen Lernkomplexen zu besprechen. Ein wichtiger Tipp an die Kinder: „Als Sicherheit in bedrohlichen Situationen stets die Kontaktdaten dreier Vertrauenspersonen bei sich tragen.“

Für Kinder sei es wichtig, frühzeitig zu lernen, den eigenen Körper zu verstehen, Selbstvertrauen zu tanken und ein Gespür für Gefahrensituationen zu entwickeln. All das ermögliche die Ausstellung „Fühlfragen“.

Ausstellung tourt bereits seit zehn Jahren durch den Kreis

Die Ausstellung besteht aus einem Mitmach-Parcours mit zehn Spielstationen zum Ausprobieren, Entdecken und Lernen durch sinnliches Erleben. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich auf spielerische Art mit zum Teil schwierigen Themen wie Gefühle, Konflikte, gute und böse Geheimnisse oder Hilfe holen und sexuelle Gewalt auseinanderzusetzen.

Begleitet werden sie dabei von den Mitarbeitern des Fachdienstes Prävention des Diakonischen Werkes des Evangelischen Kirchenkreises Lennep sowie des Amtes für Familie und Jugend. So können die jungen Besucher reflektieren, was ihnen gut tut und was nicht.

Über vorbereitende und begleitende Veranstaltungen, Schulungen und einen Elternabend wurden auch die Lehrkräfte und Eltern für dieses Thema sensibilisiert und im Sinne der gesetzlichen Neuregelungen zur Sicherung und Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen fit gemacht.

Bereits seit zehn Jahren tourt die Ausstellung durch alle Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises und wurde in dieser Zeit schon von rund 21 000 Kindern besucht.

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