Giftspinne in NRW

Nosferatu-Spinne: „Keine Panik, es sind nützliche Tiere“

Wolfgang Gettmann betrachtet eine Nosferatu-Spinne.
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Wolfgang Gettmann betrachtet eine Nosferatu-Spinne.

Hilden. Biologe hält drei Nosferatu-Spinnen. Er hat einen Wunsch für den Umgang mit den Tieren.

Von Tobias Dupke

Die kleinen Terrarien stehen im Wohnzimmer auf dem Schrank, gleich drei Nosferatu-Spinnen leben darin. „Nicht öffnen – giftig“ steht auf einem Zettel. Wolfgang Gettmann nimmt eins der Terrarien in die Hand und sucht nach dem Tier: „Ah, hier oben versteckt es sich.“

Wolfgang Gettmann ist promovierter Biologe und war lange Zeit Direktor des Düsseldorfer Aquazoos. In seinem Haus in Hilden hält er seit kurzem drei männliche Nosferatu-Spinnen. Ein Hildener Ehepaar hatte die Tiere nach seinem Urlaub im Haus entdeckt, der Mann war bei dem Versuch, eine der Spinnen nach draußen zu tragen, gebissen worden. Aber statt mit einem Schuh nach dem Tier zu schlagen, haben er und seine Frau die Spinnen eingefangen. Nun leben die drei im Wohnzimmer der Familie Gettmann.

Dort beobachtet der Biologe die Tiere, jedoch sind sie tagsüber eher träge. „Nosferatu-Spinnen sind nachtaktiv“, erklärt Gettmann. Er füttert sie mit Mehlwürmern, die in einem weiteren Terrarium leben. Als Biologe ist er nicht nur an ihnen interessiert, sondern möchte auch für sie werben: „Spinnen sind nützliche Tiere, auch die Nosferatu-Spinne. Sie jagt und frisst beispielsweise Mücken oder andere Insekten, die uns sonst stören würden.“ Der Wissenschaftler sieht die Welt und die Natur als eine Art Netz, in dem jede Spezies einen Knoten darstellt: „Je mehr Knoten aufgehen, desto instabiler wird das Netz, in dem wir Menschen liegen – und irgendwann fallen wir durch das Netz.“

Die Nosferatu-Spinne heißt eigentlich Kräuseljagdspinne. Ihr Körper wird bis zu zwei Zentimeter groß, mit Beinen ist die Spinne etwa handtellergroß. Sie stammt aus dem Mittelmeerbereich und breitet sich in unserer Region aus. Die Nosferatu-Spinne ist giftig, ihr Biss wirkt aber nur wie ein Mückenstich.

Einen Wunsch im Umgang mit der neuen Spinnenart hat Wolfgang Gettmann. „Keine Panik, wenn eine Spinne zu sehen ist. Es ist auch relativ unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet diese Nosferatu-Spinne ist. Aber wenn es eine ist: Mit einem Glas nach draußen tragen. Es sind nützliche Tiere!“

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