Kein Plan B

BHC-Arena kommt nicht zum Piepersberg

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Nach dem Scheitern von Grundstücksankäufen gibt es noch keine Idee, wo die Arena stehen kann.

SOLINGEN/WUPPERTAL Der Bergische HC gibt den Standort in Gräfrath auf. Das Projekt scheitert an Grundstücksfragen.

Von Philipp Müller

Der Blick der BHC-Macher Jörg Föste (links) und Philipp Tychy auf den Standort Piepersberg-West für die geplante BHC-Arena wird sich anderen Standorten zuwenden. Jedoch gibt es nach dem Scheitern von Grundstücksankäufen noch keine Idee, wo die Arena stehen kann.

Die Enttäuschung über das, was er ankündigen wird, war dem Geschäftsführer der BHC GmbH, Jörg Föste, anzusehen. Die Idee, eine moderne Handball-Arena als Mehrzweckbau am Standort Piepersberg-West zu realisieren, ist seit Donnerstag endgültig vom Tisch. Mit dem Eigentümer eines 55 000 Quadratmeter großen Grundstücks, auf dem ein Reiterhof betrieben wird, wurde keine Einigkeit über den Kaufpreis erzielt. Dieser habe das Kaufangebot kurz vor Ablauf einer vom BHC bis zum 30. September gestellten Frist abgelehnt. Das gab Föste, an seiner Seite saß der zweite Geschäftsführer Philipp Tychy, in der Pause einer Gesellschafterversammlung der BHC GmbH bekannt.

Die anwesenden Gesellschafter Thomas Meyer, IHK-Präsident und Eigentümer der TKM-Gruppe, sowie Peter Kruft, Geschäftsführer von Walter Klein Wuppertal, äußerten sich nicht.

Föste betonte, der dauerhafte Fortbestand des BHC sei an eine „zeitgemäße Spielstätte“ gekoppelt. Das habe sich seit der Präsentation der Idee einer „Arena Bergisch Land“ nicht geändert. Jedoch habe man keinen Plan B. Mit der Bekanntgabe des Scheiterns der Grundstücksverhandlungen wolle man vor allem der sich selbst auferlegten Pflicht nachkommen, Änderungen des Sachstands zur Arena öffentlich mitzuteilen. „Alles andere zur Arena gehört ins Reich der Spekulation.“ Die Gesellschafter seien sich einig: „Es muss neu gedacht werden.“

Zur Geschichte der Arena erklärt der BHC, dass man aus sieben möglichen Standorten drei ausgewählt habe. Die Stadt Wuppertal war gegen den Bau an der Kluse am Schauspielhaus, die Stadt Solingen habe die Arena nicht in Fürkeltrath gewollt. Es blieb damit nur die Option Piepersberg-West auf 97 000 Quadratmetern. Selbst bei einem erfolgreichen Grundstückskauf hätte es nicht automatisch grünes Licht für den Bau gegeben. Besonders die direkten Anwohner in Wuppertal kündigten Widerstand an, die Wuppertaler Politik meldete in der Bezirksvertretung Vohwinkel erheblichen Klärungsbedarf bezüglich des Verkehrs und des Lärms an.

Föste lobt Stadtdirektor Hoferichter für Unterstützung

Elf Millionen Euro wollte der BHC investieren, aufgeteilt in Landeszuschüsse und Mittel von privater Seite. Mit dem Bund sei man sich bereits über den Verkauf eines für die Arena benötigten Grundstücks einig gewesen. Ebenso mit der Stadt Solingen, die Grundstücke aus dem Bereich der Wirtschaftsförderung und eigener Liegenschaften zusteuern wollte. Ein zweiter privater Eigentümer habe signalisiert zu verkaufen, mache das auch der Reiterhof-Eigentümer.

In die Verhandlungen mit diesem war auch die Stadt Solingen in Person von Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) eingebunden, gab die stets nachgebesserten Angebote ab. „Hartmut Hoferichter gilt unser größter Dank, er ist ein unnachahmlich professioneller Fachmann und begnadeter Verhandler“, lobte Föste den Solinger Baudezernenten. Stadtsprecher Thomas Kraft gab das Bedauern der Verwaltung zum Ausdruck.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartmut Hoferichter sagten dem Bergischen Handballclub aber weiterhin ihre Unterstützung zu. Die Stadt Solingen werde nun prüfen, wie sie künftig ihre Flächen im Bereich Piepersberg-West entsprechend des Ittertal-Gutachtens für gewerbliche Nutzungen entwickeln kann. Aber Föste schaute bei aller Enttäuschung auch nach vorne. Für die beiden Spitzenspiele, die im Düsseldorfer ISS Dome stattfinden, habe man bereits jeweils über 3000 Karten verkauft. „Solche Spiele zeigen, was möglich ist“, schloss Föste.

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