Durchweg positive Resonanz

Kaugummi-Wände für saubere City

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Sidra (12) und Nessim (12) glauben, dass die sogenannten Gum-Walls helfen, die Städte sauberer zu machen. 

WUPPERTAL Barmen übernimmt das Konzept gegen Klebeflecken aus der Elberfelder Innenstadt.

Von Tanja Heil

Das Schild wirkt: Sofort gruppieren sich die Schüler um das Plakat und kleben voller Begeisterung ihre Kaugummis auf das Gesicht oder die Frisur der Blondine. Auch Barmen erhält jetzt Kaugummi-Wände. Die erste hat das ESW-Team auf dem Johannes-Rau-Platz aufgestellt, weitere sollen folgen.

Die Idee dahinter: Die munteren Plakate im DinA3-Format sollen Kaugummi-Spucker dazu animieren, die Reste in den Mülleimer statt auf den Boden zu spucken. In Elberfeld hängen diese Tafeln seit dem Ende der Sommerferien. „Wir haben eine durchweg positive Resonanz – es gibt keinen Vandalismus und es kleben immer diverse Kaugummis darauf“, erklärt Carsten Melech, Leiter der Betriebsaufsicht des Eigenbetriebs Straßenreinigung Wuppertal, kurz ESW.

Sind reichlich Kaugummis zusammengekommen, tauschen seine Mitarbeiter die Wand einfach aus. Ob dadurch auch die Kaugummis auf dem Boden weniger geworden sind, kann er allerdings nicht sagen.

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KLEBEWÄNDE Rund 25 bis 30 Kaugummi-Klebewände will der ESW in der Barmer Innenstadt aufstellen. Das 19-köpfige Team des Eigenbetriebs Straßenreinigung Wuppertal reinigt die Barmer Fußgängerzone zweimal täglich und kontrolliert dabei auch die Klebewände. Zusätzlich stehen 198 Abfalleimer zur Entsorgung von Kaugummis und anderem Müll in der Innenstadt zur Verfügung.

Selbst bei dem Regenwetter am Mittwoch hafteten die Kaugummis problemlos an der Wand. Die ESW-Mitarbeiter laufen in den nächsten Tagen durch Barmen und suchen nach geeigneten Plätzen für die Gum-Boards: Immer über einem Mülleimer an einem vorhandenen Pfosten, etwa von Straßenschildern. „Oft kleben die Kaugummis vor Imbissbetrieben und Bäckereien“, hat Straßenhausmeister Paul Decker schon festgestellt. Solche Plätze nehmen die ESW-Mitarbeiter sich nun vor. Ob die Nutzer die Kaugummis dann auf das Plakat drücken oder in den Mülleimer werfen, sei egal – Hauptsache, sie spucken sie nicht auf den Boden. „Man muss die Menschen dafür sensibilisieren, dass diese Kaugummis unangenehm sind“, sagt Oliver Alberts, Vorsitzender der ISG Barmen.

Realschule will die Tafeln für den Schulhof haben

Die Siebtklässler von der Realschule Hohenstein können sich vorstellen, warum viele Menschen ihre Kaugummis auf den Boden spucken: „Weil sie keinen Bock haben, zum Mülleimer zu laufen“, „So ist das einfacher“ oder „Sie fühlen sich cool, wenn sie die auf den Boden spucken“, vermuten die Schüler.

Das Problem: Mit Hochdruckreinigern können die ESW-Mitarbeiter nicht arbeiten, weil sie sonst die Fugen herausspülen würden. Also müssen sie mit viel Handarbeit die Kaugummis abkratzen.

Die Realschule Hohenstein möchte die neuen Klebwände auch auf dem Schulhof aufstellen. „Wir kennen diese Problematik sehr gut“, sagt Lehrerin Joanna vom Sondern. Um die Aufmerksamkeit der Schüler für das Thema zu gewinnen, veranstaltet die Schule nun einen Wettbewerb: Die Jugendlichen dürfen Entwürfe für die Klebe-Plakate zeichnen. Das Siegerbild wird dann vom ESW für die Schule realisiert.

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