Online-Kartendienste

Kartendienste sammeln Daten

Die Fahrzeuge von Here sind durch den Kameraaufbau auf dem Dach zu erkennen, ähneln damit den Fahrzeugen der Kartendienste von Apple und Google. Foto: Here
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Die Fahrzeuge von Here sind durch den Kameraaufbau auf dem Dach zu erkennen, ähneln damit den Fahrzeugen der Kartendienste von Apple und Google. Foto: Here

Nach Google und Apple schickt ein weiterer Dienst Kamerafahrzeuge durch die Stadt.

Von Michael Bosse

Wuppertal. In Wuppertal sind in den vergangenen Wochen offenbar Vermessungsfahrzeuge gleich mehrerer Online-Kartendienste unterwegs gewesen. Nachdem Fahrzeuge von Google und Apple gesichtet wurden, haben Passanten nun auch Wagen des Unternehmens „Here“ gesehen. Der Kartendienst gilt Experten als weltweit führend bei der Entwicklung von „Live HD Maps“ – hochpräziser und selbst lernender Karten, die einmal als Schlüsselelement für autonomes Fahren dienen sollen.

Hinter „Here“ stehen Gesellschafter wie Daimler, Volkswagen und BMW, die im Jahr 2015 die damalige Navigationssparte von Nokia aufgekauft hatten. „Here“ sitzt unter anderem in Amsterdam, Berlin und Chicago.

Auf Anfrage bestätigt „Here“-Sprecher Sebastian Kurme in Berlin, dass derzeit Fahrzeuge des Unternehmens in NRW unterwegs seien, mit denen größere Straßen abgefahren würden, um Daten für digitale Karten zu sammeln. Auch im September seien Fahrten geplant. Nähere Angaben zu den aktuellen Einsatzorten seien nicht möglich, weil die Fahrten abhängig von den Wetterbedingungen vor Ort seien, erklärt der Sprecher.

Eine Genehmigung für das Fahren brauchen die Dienste nicht

Weltweit hat „Here“ nach eigenen Angaben mehrere hundert Fahrzeuge im Einsatz. Auf der Internetseite des Unternehmens werden die zahlreichen Länder aufgelistet, in denen Vermessungsfahrzeuge unterwegs sind. Das in Wuppertal eingesetzte Fahrzeug ist mit einem Lidar-Scanner ausgestattet gewesen. Lidar sei eine laserverwandte Methode zur optischen Abstandsmessung.

„Ein solcher Scanner nimmt pro Sekunde rund 700 000 Datenpunkte auf. Durch das Erfassen von Milliarden solcher 3D-Datenpunkte können wir ein maschinenlesbares Abbild der Straßenoberfläche und der Umgebung erstellen, das die Anzahl der Fahrspuren, deren Breite und weitere Spurattribute erfasst“, erklärt Kurme. Zudem würden bedeutende Details wie Fahrbahnmarkierungen oder Objekte am Straßenrand aufgezeichnet. Auch Straßenschilder fänden Berücksichtigung.

Die bei den derzeitigen Fahrten in NRW gesammelten Daten sollten der Verbesserung des bereits bestehenden Materials dienen, aber auch bei der Entwicklung der „Live HD Maps“ genutzt werden. Für seine Live-HD-Karten, die sich während der Fahrt über eine Cloud selbst aktualisieren sollen, wird zudem auch die Umgebung rund um die Straßen weiträumig gescreent. Überdies kommt „Here“ laut einem Bericht des „Handelsblatts“ zugute, dass die deutschen Autoeigentümer ihre Neuwagen seit einigen Jahren mit Mobilfunkkarten ausstatten und die Datensätze, die sie während der Fahrt über die eingebauten Sensoren erheben, anonymisiert an den Kartendienst weiterleiten.

Nach Angaben der Wuppertaler Stadtverwaltung benötigen die Online-Kartendienste für die Fahrt über die Straßen übrigens keine Genehmigung. Eine solche Zustimmung durch die Stadt sei nur dann nötig, wenn zum Beispiel Straßen gesperrt werden müssten.

Kartendienste

Apple sammelt noch bis Oktober Daten in Wuppertal, die „Apple Maps“ verbessern und die Funktion „Look Around“ unterstützen sollen. Google sammelt dieser Tage wiederum Material für seinen Dienst „Google Maps“.

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