Käufer gibt Metro-Fläche zurück

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Der Verkauf des ehemaligen Metro-Gelände wird rückabgewickelt. 

WUPPERTAL Logistiker will Altlasten im Boden festgestellt haben. Nun stehen 22 500 Quadratmeter in Wuppertal-Langerfeld leer.

Von Daniel Neukirchen

Auf dem ehemaligen Metro-Areal an der Dieselstraße in Langerfeld wird in nächster Zukunft doch nicht gebaut. Eigentlich wollte sich auf der 22.500 Quadratmeter großen Fläche das Sprockhöveler Logistik-Unternehmen Taskin Logistics GmbH erweitern. Doch wie Fatih Taskin im Gespräch mit unserer Zeitung verriet, haben die Unternehmerbrüder den Kauf des Geländes rückabgewickelt. „Es haben nicht alle Informationen gestimmt, die wir zum Grundstück hatten“, sagt Taskin.

Vor etwa einem Jahr habe man Altlasten im Boden festgestellt, zu denen Taskin keine weiteren Angaben machen möchte. Nur soviel: Nach einem Rechtsstreit habe sein Unternehmen jetzt vor Gericht Recht bekommen. Das Grundstück soll nun wieder an den Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, zurückgehen.

2016 wechselte das Riesen-Areal für eine zweistellige Millionensumme die Besitzer. Inzwischen haben die Taskins noch mehr investiert. „Das alte Gebäude ist fast komplett abgerissen“, sagt Fatih Taskin.

Auf dem Grundstück arbeiteten einst 260 Menschen

Bei dem sogenannten Cash & Carry-Markt Metro waren bis zum Umzug nach Schwelm rund 260 Menschen beschäftigt. Die Erweiterung des Sprockhöveler Unternehmens hätte zumindest 50 Arbeitsplätze zurück ins Tal gebracht. Nun bleibt das Areal erst einmal ungenutzt, wie mittlerweile seit acht Jahren.

Martin Lietz, bei der städtischen Wirtschaftsförderung für Gewerbeflächenmanagement und Investorenbetreuung zuständig, gibt sich trotz des herben Rückschlags für die Stadt hoffnungsvoll. „Das Interesse an dem Grundstück ist groß“, sagt Lietz. Schließlich handele es sich um die derzeit einzige größere freie Industriegebietsfläche (GI-Fläche) im Stadtgebiet. Die Stadt habe großes Interesse, an dieser Stelle eine Lösung zu finden, damit dort Arbeitsplätze entstehen. Offiziell könne sich die Stadt nicht als Makler einer privaten Fläche betätigen, erinnert Lietz. Trotzdem habe die Wirtschaftsförderung so ein Filetstück natürlich im Hinterkopf, wenn es Anfang Oktober zur Expo-Real geht.

TASKIN LOGISTICS

FIRMA In Sprockhövel ist das Unternehmen seit 2010 auf einer 8000 Quadratmeter großen Fläche zu Hause und entwickelte sich dort vom Transportunternehmen zum Logistikdienstleister für Automobilindustrie, Bau-Industrie und Handel. Expansionspläne führten die Taskins nach Wuppertal. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung sei man mit dem Logistik- Unternehmen weiterhin in Gesprächen.

Wobei könnte es sich bei den möglichen Altlasten handeln? Der für Umweltfragen zuständige Dezernent Frank Meyer verwies unsere Zeitung lediglich an die Wirtschaftsförderung. Martin Lietz aber sagt, er wisse von Altlasten an der Dieselstraße gar nichts. Wohl aber erinnert er sich, dass in den 80er Jahren ein Teil des Metro-Maktes abgesackt ist. „Da könnten Hohlräume im Boden stecken“, sagt der Wirtschaftsförderer. Das liege an der Lage der Fläche im Schwelmer Massenkalktal. Doch aus Lietz’ Sicht sei das ein Hindernis, das mit heutiger Bautechnik überhaupt kein Problem mehr darstellt. „Das kriegt man in den Griff, sonst würde nicht so ein prachtvolles EDE-Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft stehen.“

Fatih und Selcuk Taskin sahen offenbar keine Zukunft mehr an der Dieselstraße. Eigentlich sollte die Erweiterung in Wuppertal für sie eine Rückkehr zu den Wurzeln bedeuten. Vater Cemal Taskin hatte am Ottenbrucher Bahnhof und an der Hastener Straße das Fuhr-Unternehmen aufgebaut. Konkrete neue Expansionspläne gibt es laut Fatih Taskin noch nicht.

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