Kunst

Juroren wählen Träger des Kunstpreises aus

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Dr. Christoph Schreier, stellvertretender Direktor des Kunstmuseums Bonn und Kunsthistorikerin Julia Ritterskamp, bei der Arbeit.     

SOLINGEN Im Kunstmuseum Solingen wurden 223 Bewerbungen bewertet. Heute fällt die Entscheidung.

Von Karl-Rainer Broch

Die Teilnehmer der 73. Internationalen Bergischen Kunstausstellung, die vom 30. August bis zum 27. Oktober im Kunstmuseum an der Wuppertaler Straße zu sehen ist, wurden gestern von einer sechs Köpfe umfassenden Jury ausgewählt. Aus 223 Bewerbungen muss nicht nur der Träger des Kunstpreises ermittelt werden, sondern bis zu 15 weitere Aussteller. Der von der National-Bank AG gestiftete Kunstpreis ist seit der 70. Ausstellung mit 5000 Euro dotiert (vorher 3500 Euro). Außerdem verleiht die Stadt-Sparkasse Solingen während der Finissage einen „Publikumspreis“ für das beliebteste Objekt in Höhe von 1500 Euro.

Auf 24 Tischen mit einer Länge von fast 77 Metern wurden die Mappen in mehreren Durchgängen gesichtet. Gisela Elbracht-Iglhaut, stellvertretende Leiterin und Organisatorin der Bergischen Kunstausstellung, stöhnte: „Das geht in den Rücken, man muss sich ständig bücken.“ Mit ihr und Dr. Thomas A. Lange, dem Vorstandsvorsitzenden der National-Bank, waren vier weitere Kunstexperten damit beschäftigt, die Unterlagen den Teilnahmebedingungen entsprechend auszuwerten. Die Arbeiten sollen aktuell und nicht älter als drei Jahre sein, und die Bewerber müssen durch Herkunft, Arbeits- oder Ausbildungsstätte einen Bezug zur Region des Bergischen Landes nachweisen.

AUSSTELLUNG

GESCHICHTE Die Bergische Kunstausstellung, später mit dem Zusatz „International“, wurde 1947 zum ersten Mal von Solinger Künstlern veranstaltet. Sie wollten jungen zeitgenössischen Kunstschaffenden ein neues Forum anbieten.

TEILNEHMER Mitmachen dürfen Künstler mit einer Beziehung zum Bergischen Land, Düsseldorf ist wegen der Kunstakademie eingeschlossen.

Vier Bewerber, die in den letzten fünf Jahren vertreten waren, können nur zugelassen werden, wenn ihnen der Kunstpreis zugesprochen wird. Eingereicht wurden nicht nur Gemälde und Grafiken, sondern auch Skulpturen, Fotografien, Videos oder Installationen. Ob nun 12 oder höchstens 15 Künstler ausstellen dürfen, hängt davon ab, wie viele in den Museumsräumen Platz finden. Gisela Elbracht-Iglhaut, seit 1996 im Kunstmuseum und seit 1999 ständiges Mitglied der Jury: „Wenn viele raumgreifende Kunstwerke ausgewählt werden, müssen wir die Anzahl der Künstler reduzieren.“ Unterstützung findet sie bei Praktikantin Karolina Littwin als studentische Hilfskraft, die bis zum 27. Oktober als „Mädchen für alles“ eingesetzt ist: „Ich habe die Bewerberliste erstellt, die Mappen alphabetisch ausgelegt und werde auch am Katalog mitarbeiten.“

Jury interessiert neue Ideen der Künstler

Jury-Mitglied Julia Ritterskamp, ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit eigenem Ausstellungsraum in Düsseldorf. Ihre Auswahlkriterien sind: „Haben die Bewerber eigene Ideen? Ist es etwas Neues? Die Mischung muss stimmen.“ Die Düsseldorfer Künstlerin Katharina Maderthaner mit Schwerpunkt Skulpturen („Malerei nur aus der Sicht einer Bildhauerin“) erklärt: „Zuerst interessiert mich das Werk, dann schaue ich mir auch die Vita an.“

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