Initiative

Junge Wuppertaler retten Lebensmittel

Daniela Saleth (29) ist Botschafterin für den Wuppertaler Ableger des Vereins Food Sharing. Foto: Anna Schwartz
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Daniela Saleth (29) ist Botschafterin für den Wuppertaler Ableger des Vereins Food Sharing.

WUPPERTAL Der Verein Food Sharing verteilt Essen, das nicht mehr verkauft werden darf.

Von Martin Juhre

Es ist eine bunte Gruppe, die sich im Café Stilbruch an der Marienstraße versammelt. Junge Menschen, einige farbenfroh gekleidet, Männer und Frauen, wie man ihnen überall auf den Straßen begegnet. Mitglieder des Vereins Food Sharing haben kistenweise Lebensmittel hereingebracht. Jeder, der gekommen ist, kann sich eine Einkaufstasche voll mitnehmen. Einfach so.

„Uns geht es darum, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden.“

Daniela Saleth, Mitstreiterin

Es sind Sachen, deren Haltbarkeitsdatum abläuft oder die sonst nicht mehr in den Läden verkauft werden können, aber eigentlich noch einwandfrei sind. Daniela Saleth ist Botschafterin für Wuppertal des bundesweit agierenden Vereins. „Uns geht es in erster Linie darum, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden“, sagt sie.

Das unterscheidet Food Sharing von der Tafel: Dort geht es in erster Linie um Unterstützung, und man muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Zu Food Sharing kann jeder kommen, ob bedürftig oder nicht. Niemand muss irgendwas nachweisen. Gute Lebensmittel gehören nicht in den Müll. Kartoffeln, Rosenkohl, Chicorée, Grüne Bohnen, Brot liegen da bereit. Ein riesiger Kühlschrank mit Glastür birgt Joghurts, verschiedene Fertiggerichte, Pizza-Burger.

Saleth: „Wir holen viele Sachen aus Supermärkten, Kaufland ist zum Beispiel unser Kooperationspartner. Anderes kommt von den vielen türkischen Obst- und Gemüseläden hier auf dem Ölberg. Bioläden sind dabei, der Bio-Supermarkt.“

„Ich habe im Radio vom Verein gehört. Ich bin jetzt zum ersten Mal hier“, sagt ein Student. Er zeigt seinen frischen Salat vor.

Interessenten können sich zum Food Saver ausbilden lassen

Der Student ist über Menschen, die Weggeworfenes illegal aus Containern holen, auf das Thema Lebensmittelverschwendung gestoßen. „Tolle Initiative“, sagt er zu den Helfern. Nach ihm kommt ein Mann, der schon öfter hier war. „Meist zu Monatsende, wenn es eng wird.“ Zur Tafel sei der Weg weiter.

40 bis 50 Menschen, schätzt Saleth, kämen pro Tag. Zwei Verteilerstellen (Fair-Teiler) gibt es, es sollen mehr werden. Saleth: „Das geht hier alles ohne Geld.“ Die Arbeit wird ehrenamtlich geleistet. Wer mitmachen will, wird vom Verein geschult und ist dann ein sogenannter Foodsaver. 30 gibt es im Tal. Foodsaver in anderen Städten oder Stadtteilen wären willkommen. Ein Konzept müssten sie aber mitbringen für ihr Gebiet. Der Verein hilft mit Knowhow.

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