Geschmack

25 Jahre ProWein: Fachmesse wird immer größer

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Rico Grabowski (l.) ist Vertriebsleiter Handel bei der Destillerie „The Duke“. 

DÜSSELDORF Im Kommen sind Bio-Weine, regionale Produkte – aber auch kleinere Firmen, die spezielle Gins und Biere produzieren.

Von Björn Boch

Düsseldorf. Die Messe ProWein wächst und wächst. Mit 61 500 Fachbesuchern kamen erneut mehr Gäste auf die Messe als in den Vorjahren, und sie hatten die Qual der Wahl aus knapp 7000 Ausstellern (" Kasten). Riechen, schauen, schmecken, ausspucken – ein hunderttausendfach beobachteter Vorgang auf der Messe. „Es gibt keine vergleichbare Veranstaltung dieser Dimension“, heißt es in der Abschluss-Mitteilung der Messe, die von Sonntag bis Dienstag in Düsseldorf stattfand.

„Bei dieser riesigen Auswahl muss man sich vorher einen Plan machen, sonst ist man hoffnungslos verloren“, weiß der Solinger Weinhändler Andreas Idelberger. Das große Angebot, das für viele Grund zur Freude ist, gefällt nicht jedem. Die Veranstaltung habe einen Punkt erreicht, an dem sich einige Winzer, insbesondere aus Deutschland, eine neue Plattform suchen müssen – vor allem, wenn der Export nicht so wichtig ist, berichtet Idelberger. Er war mit seiner Mitarbeiterin zwei Tage auf der Messe, die er „bestimmt seit 20 Jahren besucht“. Sie sei für ihn ein Muss, „um sich zu informieren, Kontaktpflege zu betreiben und auch Neues zu entdecken.“

Trend-Themen sind „Wein in Dosen“ und „Weine aus Höhenregionen“

Bio-Weine sind ein wachsender Trend, ein eigener Bereich in Messehalle 13 trug dieser Entwicklung Rechnung. Als weitere Trend-Themen der ProWein hatten die Experten Stuart Pigott und Paula Sidore unter anderem „Weine aus Höhenregionen“ und „Wein in Dosen“ identifiziert.

Auch regionale Produkte sind mehr und mehr im Kommen, vor allem in den Bereichen Spirituosen und Bier. Die Sonderschau „same but different“ bot eine Bühne für mehr als 100  Anbieter von Craft-Spirituosen, Craft-Bier und Cider.

Vulkanbier aus der Eifel mit 90 Prozent Rohstoffen aus der Region oder alkoholfreien Gin aus dem Rheinland hat Idelberger auf der Messe entdeckt. „Solche Trends sind für mich sehr relevant“, berichtet er.

Ein gutes Beispiel für das Wachstum regionaler Spirituosen ist der Ginhersteller „The Duke“. Die Geschichte der Firma begann 2008 in einem Münchner Hinterhof, als der heutige Geschäftsführer Maximilian von Pückler in einem kleinen Kessel mit dem Gin-Brennen experimentierte. Heute hat die Firma 20 Mitarbeiter. „Es sind seither viele neue Destillerien dazugekommen, wir lernen alle voneinander und haben ein freundschaftliches Verhältnis. Auf dem Markt ist genug Platz für alle“, berichtet Rico Grabowski, Vertriebsleiter Handel.

Auf dem Weinmarkt scheint die Lage angespannter, für die Zukunft erwartet Andreas Idelberger mehr Konkurrenz aus Asien. „In Deutschland gibt es rund 100 000 Hektar Anbaufläche für Wein, in China sind es 800 000 Hektar. Diese Produkte spielen in Europa noch kaum eine Rolle. Das könnte sich aber bald ändern.“

ZAHLEN ZUR MESSE

BESUCHER Rund 61 500 Fachbesucher (2018: 60 500) aus Handel und Gastronomie kamen nach Düsseldorf. Damit verzeichnete die ProWein 2019 einen erneuten Besucherzuwachs.

HERKUNFT Die Besucher kamen aus 142 Ländern, 2018 waren es noch 133 Länder.

ENTWICKLUNG Gestartet wurde vor 25 Jahren mit etwas mehr als 300 Ausstellern. 2019 kamen mehr als 6900 Aussteller aus 64 verschiedenen Nationen, die auf zehn Hallen verteilt waren.

2020 Die kommende ProWein findet vom 15. bis 17. März in Düsseldorf statt.

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