Projekt

Bau des Itter-Kanals soll bald beginnen

HAAN/ SOLINGEN Das Projekt kostet 28 Millionen Euro.

Von Peter Clement

Die Bauarbeiten am neuen Ittersammler werden bald beginnen. Dies teilte Claudia Wackerl, Abteilungsleiterin in der Unteren Naturschutzbehörde, mit. Bisher war meist von 2021 die Rede gewesen. Für stolze 28 Millionen Euro soll der mehr als 60 Jahre alte Abwasserkanal im Ittertal durch ein neues Bauwerk ersetzt werden.

Der neue Ittersammler hat die Aufgabe, das Abwasser von rund 30 000 Menschen zu entsorgen – neben Haan sind das vor allem die Bewohner der Solinger Stadtteile Wald, Ohligs und Gräfrath. Der Kanal ist inzwischen gewaltig in die Jahre gekommen, gilt als marode und soll deshalb neu gebaut werden. Für den zweiten Bauabschnitt liefen zuletzt in Solingen-Wald in unmittelbarer Nähe zur Haaner Stadtgrenze Probebohrungen, die von den Technischen Betrieben der Klingenstadt beauftragt worden waren. Das Verfahren war aufwendig: An 21 Stellen wurden Bohrkerne mit 15 Zentimetern Durchmesser aus dem Untergrund gezogen.

Damit wurden die Beschaffenheiten des Baugrunds untersucht. Denn der untere Teil des neuen Sammlers wird allein auf 1100 Metern Länge unterirdisch nach der Technik des Rohrvortriebs verlegt. Ein Verfahren, das die Technischen Betriebe der Stadt Solingen bereits beim noch im Bau befindlichen Viehbachsammler mit Erfolg anwenden.

Schon jetzt steht fest: Mit der Baustelle sind große Eingriffe in die Natur verbunden. Rodungs- und Baumfällarbeiten soll es gleich an verschiedenen Stellen geben.

Der jetzige Kanal wurde 1952 gebaut. Der neue soll etwa 3,5 Kilometer lang sein. Er verläuft zwischen Gräfrath und Ohligs bis Haan durch das Tal der Itter. Die neuen Rohre sollen einen Durchmesser von 1,60 bis 2,40 Meter haben. Kurz vor dem Klärwerk Ohligs wird der Kanal an einen Stollen angeschlossen, der bereits seit den 1980er Jahren existiert. Die Kosten werden vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband sowie von der Stadt Solingen getragen.

Eingriffe in die Natur sollen auf geringem Level gehalten werden

Genehmigt wurde das Projekt bereits im Jahr 2015. Mit dem baldigen Start der Bauarbeiten werden auch Proteste oder Anfragen aus der Bevölkerung erwartet. Durch das Vortriebsverfahren, das die Rohre bis zu 40 Meter unterhalb der Erdoberfläche verlegen kann, wollen die mit dem Projekt betrauten Technischen Betriebe Solingen (TBS) die Eingriffe in die Natur auf einem möglichst geringen Level halten.

Undicht seien die bisherigen Rohre übrigens nicht, hatten die Experten der TBS stets betont. Allerdings soll der neue Kanal eben noch eine andere Funktion erfüllen: Die Itter entlasten. Wenn es stark regnet, kann der Staukanal einen Teil der Wassermassen zurückhalten. Das Großprojekt erspart also auch einen teuren Ausbau der vorhandenen Regenrückhaltebecken. Der Zuschnitt des Großprojektes berücksichtigt die Vorgaben der neuen europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Die schreibt vor, dass offene Gewässer in einen ökologisch guten Zustand gebracht werden müssen.

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