Investoren kaufen, die Stadt mietet

So will Wuppertal dem Kita-Mangel begegnen

Vorbild  Bahndirektion: Die Clees-Gruppe baut um – Stadt, Jobcenter und Universität mieten dann an. Dieses Vorgehen soll nun auch im Bereich der Kinderbetreuung Schule machen.
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Vorbild Bahndirektion: Die Clees-Gruppe baut um – Stadt, Jobcenter und Universität mieten dann an. Dieses Vorgehen soll nun auch im Bereich der Kinderbetreuung Schule machen.

Wuppertal. Die Stadt Wuppertal setzt auf ein Anmietungsmodell, statt selber neu zu bauen, wenn es Raumbedarf für ihre Einrichtungen gibt.

Von Bernhard Romanowsk

Ein Beispiel dafür ist die Bahndirektion am Döppersberg, die von der Clees-Gruppe umgebaut und von der Wuppertaler Stadtverwaltung, dem Jobcenter und der Bergischen Universität angemietet wird. Die Anmietungsstrategie wird sich darüber hinaus bis auf Weiteres aber auf Einrichtungen im Kinderbetreuungsbereich beschränken, wie Kämmerer und Stadtdirektor Johannes Slawig mitteilt.

Das heißt konkret: Die Stadt baut künftig keine Kindergärten mehr selbst, sondern setzt auf Investoren, von denen sie die benötigte Einrichtung anmietet, sofern die Investoren nicht auch gleich den Betrieb der Kita mit anbieten.

„Es ging bislang nur um kleinere Einheiten, die von der Stadt angemietet wurden.“

Michaela Clausius erklärt, dass die Idee nun ausgeweitet wird

Die Stadt sei bereits mit Investoren im Gespräch. Um wen genau es sich hierbei handelt, verrät Slawig nicht, da die Verhandlungen noch laufen. Unter anderem ist aber wohl eine Stiftung im Gespräch, die Interesse hat, sich in diesem Bereich zu engagieren, wie die WZ aus gut informierten Kreisen erfahren konnte. Die zuständige Abteilung für das Thema in der Wuppertaler Stadtverwaltung ist das Gebäudemanagement. „Uns obliegen die konkrete Vertragsgestaltung und die Begleitung der Umbauten eines Investors“, so Michaela Clausius, die das Produktmanagement 4 „Verwaltungsgebäude und externe Kunden“ leitet. Ganz neu ist die Anmietungsidee in Wuppertal indessen nicht. „Es ging aber bislang nur um kleinere Einheiten, die von der Stadt angemietet wurden. Im Zuge der Corona-Pandemie wurden insbesondere für das Gesundheitsamt hier mal ein Kopierraum, da mal ein WC zusätzlich benötigt, die über Anmietung beschafft wurden, also eher Kleinkram“, so Michaela Clausius. 

Ihr Kollege Stefan Friese, der für den Bereich Soziale Einrichtungen des Wuppertaler Gebäudemanagements zuständig ist, erklärt: „Wir sind derzeit dabei zu prüfen, welche alternativen Beschaffungsmethoden für Kita-Plätze sich für unsere Zwecke eignen.“ Bislang habe die Stadt selber viel gebaut, etwa die Kinderbetreuungseinrichtungen an der Dahler Straße in Langerfeld und an der Brombergstraße in Barmen, die gerade fertig werden.

Für die Anmietungsstrategie stehen verschiedene Modelle im Raum, wie Friese ausführt. So kann die Stadt beispielsweise ein Gebäude anmieten, das von Investoren für die entsprechenden Zwecke gebaut wurde. Ebenfalls wird die Variante geprüft, eigene Grundstücke der Stadt zu vermarkten, also entweder durch Verkauf oder im Rahmen einer Erbpacht an Unternehmen abzugeben und so den Investoren die notwendige Sicherheit für deren unternehmerisches Engagement zu bieten.

Investor soll Kita kaufen und auf Vordermann bringen

Derzeit hat die Stadt den Oberbarmener Kindergarten Grafenstraße im Blick, der zurzeit nicht in Betrieb ist. Für diese Einrichtung ist die Stadt mit Investoren im Gespräch, die das Gebäude erwerben, auf Vordermann bringen und dann der Stadt vermieten, die dort den Kindergarten betreibt. Ein solches Vorgehen wird auch für die Kita an der Leibuschstraße angestrebt.

Die Vorteile der Stadt durch Anmietung statt Eigenbau: Es werden vor allem personelle Kapazitäten und Kosten eingespart, zudem bekommt die Stadt für eine Anmietung Geld vom Land. „Wichtig ist, solche Vorhaben vergaberechtlich genau abzuklopfen“, weist der Stadtkämmerer   auf den Umstand hin, dass manche Mietverträge mit einer Ausschreibungspflicht verbunden sein können.

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