Zerstörungswut

Insektenhotel am Sonnborner Ufer zerstört

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Tobias Schlüpner mit dem zerstörten Insektenhotel in seinem Wupperabschnitt.

WUPPERTAL Wupperpate Tobias Schlüpner ärgert sich über den zweiten Vorfall.

Von Friedemann Bräuer 

Wupperpate Tobias Schlüpner (43) kann es nicht fassen und schaut kopfschüttelnd auf dieses besonders sinnfreie Beispiel für blindwütigen Vandalismus am Sonnborner Wupperufer.

Schlüpner betreut zusammen mit seinem acht Jahre alten Sohn Tristan den Abschnitt zwischen der Fußgängerbrücke am Stadion und der Brücke Rutenbecker Weg und freute sich im Oktober vorigen Jahres darüber, dass die GBA (Gesellschaft für berufliche Ausbildung) gerade in seinem Abschnitt ein rund zwei Meter großes Insektenhotel aufgestellt hatte. Nun schaut er auf die Trümmer dieser Zuflucht vieler Insekten, deren Wände demoliert und deren Dach mutwillig abgebrochen wurde.

„Um so etwas zu machen, muss man schon eine Menge zerstörerischer Energie aufwenden“, meint Schlüpner und demonstriert, dass er, ein kräftiger KFZ-Mechaniker, gar nicht in der Lage ist, die schweren Holzbestandteile anzuheben. „Da müssen schon mehrere Rowdies am Werk gewesen sein“, ist er sich sicher. „Das kippt nicht so einfach um, wenn man sich daran lehnt.“

Übrigens schon die zweite Attacke auf das Insektenhotel. „Als es Ende vorigen Jahres ungefähr vier Wochen da stand, war es schon mal umgeworfen worden“, so Schlüpner. „Damals konnte es wieder aufgestellt werden. Und nun das. Unverständlich vor allem, weil immer mehr Menschen für das Thema Insektensterben sensibilisiert werden.“

Dabei haben der Wupperpate und sein Sohn bisher gute Erfahrungen mit den Menschen gemacht, die diesen Wupperabschnitt, an dem der Fluss durch eingebrachte Steine Staustufen und Laichplätze für die sich ansiedelnden Fische gebildet hat, zur Naherholung nutzen. „Wenn ich die Besucher bitte, ihren Müll wieder mitzunehmen, dann sind die meisten einsichtig. Schon um sich selbst beim nächsten Besuch nicht zwischen Müll setzen zu müssen“, so Schlüpner.

Zudem freut er sich auch über die Unterstützung durch seinen Arbeitgeber, die Mercedes-Niederlassung in der Varresbeck. „Müll, den ich vom Wupperufer mitnehme, kann ich bei der Firma entsorgen. Mindestens einmal pro Woche gehe ich nie ohne Mülltüte an meinen Abschnitt und finde da immer Dinge, die Unachtsame liegen gelassen haben“, erzählt der Ehrenamtler.

Der Vandalismus am Insektenhotel kann die Wupperpaten Tobias und Tristan Schlüpner auf keinen Fall davon abhalten, sich weiterhin für den Erhalt der Natur am Wupperufer einzusetzen. „Wir machen weiter.”

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