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Initiative will Wuppertals Stadtbild verändern

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Die Treppe zur Wupper am Islandufer soll attraktiver werden. Das wünscht sich die Initiative Wupperplan. 

WUPPERTAL „Wupperplan“ will nicht nur reden, sondern auch anpacken und wirklich machen. Erstes Projekt: die Islandufer-Treppe.

Von Nadine Diab-Heinz

Die Idee zur Initiative kam Michael Kirchner (42) durch ein Gespräch mit seinem Freund Marc Ostheimer. Der wollte etwas für die Stadt tun und das nicht nur einmal im Jahr, wie beim Wupperputz, sondern dauerhaft und ständig. Nicht nur reden, sondern auch anpacken und wirklich machen. Und so entstand schnell die gemeinsame Vision einer Initiative von Wuppertalern für Wuppertaler. Das war die Geburtsstunde von „Wupperplan“, das es seit August 2018 gibt.

„Wir wollen mehr. Wir wollen bewegen, immer wieder ein bisschen. Wir träumen von einer sauberen, lebenswerten Stadt Wuppertal, in der jeder gerne rausgeht, ob es regnet oder nicht“, sagt Michael Kirchner, der in Wuppertal die Agentur „Sports & Travel Strategy Marketing“ leitet.

„Wir brauchen alle. Auch die, die meckern und alles besser wissen.“
Michael Kirchner, „Wupperplan“

Für das neue Jahr wünscht er sich vor allem weitere Mitstreiter für die noch junge Initiative. „Jede Stimme ist wichtig, denn sie beeinflusst unser Ergebnis positiv“, betont er. „Wir brauchen alle. Auch die, die meckern und alles besser wissen. Aber jede Anregung ist auch ein neuer Impuls.“

Impulse für den ersten Teil des Wupperplans, der sich „W-Life“ nennt. Vor allem zwei Themen sollen im Jahr 2019 weiter ausgebaut werden und an Gestalt gewinnen: die Minuten-Challenge und die Islandufer-Treppe.

Die Minuten-Challenge:

WUPPERPLAN

IDEE Der Ursprungsgedanke der Initiative bezieht sich auf den hohen Anteil grüner Flächen in der Stadt: 34 Prozent – viel im Vergleich zu anderen Städten. Die Initiative fordert: „Umso wichtiger ist es, diese zu schützen, zu pflegen und sauber zu halten.“

wupperplan.de

Egal, wo man gerade ist, Müll gibt es eigentlich immer. Da ist die achtlos hingeworfene Zigarette, da ist der schnell ausgespuckte Kaugummi, der am Bordstein klebt. Die Idee hinter der Minuten-Challenge von Wupperplan ist, in Wartezeiten, die man vertrödelt oder am Smartphone hängt, Müll auf der Straße zu sammeln und in den nächsten Mülleimer zu werfen. Dafür braucht es nur einen Beutel, den man bei sich trägt und natürlich die Bereitschaft, Müll anderer Menschen zu entsorgen. „Seitdem ich damit angefangen habe, habe ich nie wieder eine Zigarette einfach auf die Straße geworfen. Das Gute ist, dass man Wartezeiten sinnvoll nutzt, und man freut sich über das Ergebnis“, sagt Michael Kirchner.

Die Islandufer-Treppe:

„Die ewige Herausforderung“ nennt Kirchner die Treppe. Eigentlich sollte sie ein Ort sein, an dem die Wuppertaler gern sind, ans Ufer gehen und im Sommer entspannt die Beine im Wasser baumeln lassen. Doch die Realität sieht anders aus: Drogen, Alkoholkonsum und Dreck prägen das Bild der rund 200 Meter langen Promenade. „Vielen Wuppertalern liegt der Platz sehr am Herzen“, betont Michael Kirchner. „Die Frage ist doch, wie man die Treppe wieder nutzen kann? Wie bekommt man das Problem mit den Drogenabhängigen in den Griff?“

Eine Idee: im Sommer dort ein fortlaufendes Programm mit verschiedenen Kleinkünstlern auf die Beine zu stellen, um dem Platz wieder eine neue und positive Ausrichtung zu geben. Geplant sei, noch im Januar mit den zuständigen Stellen bei der Stadt Kontakt aufzunehmen und gemeinsam zu schauen, wie etwas geändert werden kann.

Wupperplan-Stammtisch soll Mitstreiter ins Boot holen

Ein regelmäßiger Wupperplan-Stammtisch soll weitere Mitstreiter und Förderer mit ins Boot holen. „Es wird viel Geduld notwendig sein, um etwas zu bewegen, doch wir glauben fest daran, dass es genug helfende Hände geben wird, die uns unterstützen, wieder konstant Leben an diesen Platz zu bringen“, ist sich Kirchner sicher. Sein Vorsatz für 2019: „Die Vision ist, Wuppertal noch mehr Lebensqualität zu geben.“ Auf dem Weg dorthin ist er ja bereits.

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