In Unterburg werden Trümmer abgefahren

In Unterburg wurde gestern aufgeräumt. Das wird über das Wochenende weitergehen. Foto:Michael Schütz
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In Unterburg wurde gestern aufgeräumt. Das wird über das Wochenende weitergehen.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk haben ihre große Hilfsaktion gestartet

Von Philipp Müller

Solingen Mit 100 Kräften waren seit gestern Morgen die Solinger Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) in Unterburg im Einsatz. Schon allein auf der Eschbachstraße war der Grund dafür erkennbar. Überall standen die Trümmer aus der Flutnacht auf der Straße und wurden in große Container geladen. Es zeigt sich, dass ein weiteres Haus am Mühlendamm durch die Wassermassen beschädigt wurde.

Stadtsprecherin Sabine Rische erklärte vor Ort, dass es Ziel sei, zunächst die Eschbachstraße für den Durchgangsverkehr freizuräumen. Das sollte voraussichtlich in den Abendstunden des gestrigen Freitags abgeschlossen werden. Heiko Brückle vom THW sagte, dass das THW dabei Hand in Hand mit der Feuerwehr arbeiten würde. Auch die Technischen Betriebe Solingen (TBS) waren im Einsatz.

Das Ordnungsamt riegelte alle Zufahrten außer für Helfer und Anwohner konsequent ab. Es galt, vor allem „Hochwassertouristen“ zurückzuweisen. Das wird nach Angaben der Stadt auch solange gelten, wie die Aufräumarbeiten dauern. Daher sind die Schaulustigen auch am ganzen Wochenende nicht willkommen. Sicher auch noch nicht am Montag und länger, denn dann beginnt der Wupperverband damit, die ramponierten Bereiche der Böschungen des Eschbachs instand zu setzen.

Auch das wird dauern, denn die Flut hatte bachaufwärts oberhalb des Hochwasserschutzes und bei der Fischtreppe extreme Folgen gehabt. Überall ist Wurzelwerk freigelegt und es fehlen ganze Uferbereiche gleich meterweise.

Zweites Haus am Mühlendamm ist durch Risse beschädigt

Im Bereich des Hochwasserschutzes wird ein Haus aller Voraussicht nicht mehr zu retten sein. Der Bach hatte in der Nacht zum Donnerstag das halbe Kellergeschoss mitgenommen. Gegenüber zeigt ein Haus starke Risse, die jetzt überprüft werden müssten, berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr, Sebastian Wagner.

Das ganze Ausmaß der Zerstörung im historischen Stadtteil wurde gestern richtig sichtbar. Aus dem Büdchen an der Ampel – ein beliebter Treffpunkt der Unterburger – wurden völlig verdreckte Kühlschränke rausgeräumt. Sie sind Schrott – ebenso wie das Mobiliar des Stadtteilbüros ein paar Türen weiter. Radlader fuhren pausenlos herum und luden alles auf. Container-Lkws der TBS brachten sie weg.

Zwischen den Baufahrzeugen suchten die Feuerwehrwagen ihren Weg. Denn es gilt, überall weitere Keller leer zu pumpen. Sebastian Wagner erklärte, dass die Feuerwehr dabei nicht nur die Häuser am Eschbach im Blick habe. Denn entlang der Hasencleverstraße stehen ebenfalls viele Keller voll Wasser. Zusätzlich kamen spezielle Pumpen des THW am Klärwerk zum Einsatz.

Nasse Keller sind der Grund, warum gestern nicht überall Strom aufgeschaltet war. Die Netze Solingen waren mit Teams im Einsatz und überprüften die Anschlüsse in den Häusern. Wann wieder Strom generell fließt, sei deshalb noch nicht sicher, sagte Rische.

Brückenpark

-ate- Die große Wupper-Flutwelle hat im Müngstener Brückenpark Schäden angerichtet. Der Landtagsabgeordnete Josef Neumann (SPD) meldete, dass die Schwebefähre stark beschädigt sei. Im Haus Müngsten ist das Wasser nach Angaben der Betreibergesellschaft Integra in den Keller und das Erdgeschoss eingedrungen. Geschäftsleiterin Sabine Groß hofft, dass sie am Montag wieder öffnen könne.

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