Imbiss

In Ronsdorf gibt es Currywurst, Pommes und ein offenes Ohr

Athanasios Timpas ist seit 2008 Inhaber des beliebten Lokals, in dem es seit bald 60 Jahren Currywurst und Pommes gibt. Foto: Andreas Fischer
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Athanasios Timpas ist seit 2008 Inhaber des beliebten Lokals, in dem es seit bald 60 Jahren Currywurst und Pommes gibt.

Seit den Sechzigern hat sich das Rezept in dem Imbiss nicht geändert.

Von Miriam Karout

Wuppertal. Der kleine Imbiss in der Lüttringhauser Straße 20 sollte vielen Ronsdorfern bekannt sein. Seit Jahrzehnten kommen Generationen von Menschen aus dem Stadtteil und von außerhalb dorthin, um eine Currywurst mit Pommes zu verspeisen. Die Inhaber haben über die lange Zeit immer mal gewechselt. Die Rezepte in der Küche sind aber die Gleichen geblieben.

„Es war genau so, wie es jetzt im Moment ist“, sagt Inhaber Athanasios Timpas. Der Imbiss wurde in den 1960er-Jahren von der Familie Fischer eröffnet, weiß er. Nur elf Quadratmeter ist die Fläche groß, auf der seit Jahrzehnten Pommes frittiert und Currywürste und Schaschlikspieße zubereitet werden. Verändert hat sich nur die Elektronik. Im vergangenen Mai ließ Timpas das gesamte Lokal renovieren und mit neuen Geräten ausstatten. Kurz nach der Renovierung war auch der coronabedingte Lockdown beendet.

Bei Currywurst und Pommes entstehen auch Freundschaften

In Nicht-Corona-Zeiten können Kunden auch in dem kleinen Lokal Platz nehmen. Aktuell gibt es das Essen nur durch ein Fenster auf die Hand. Vor dem Imbiss finden die Hungrigen bei schönem Wetter aber auch an einem Stehtisch und zwei Sitzbänken Platz. Die Kunden haben die Wahl zwischen Currywurst-Pommes, Schaschlikspieß-Pommes und einer einfachen Pommestüte. Mehr Auswahl gibt es nicht. Braucht es auch nicht. „Wir haben nur zwei Gerichte“, sagt Athanasios Timpas. „Die Qualität ist hoch.“ Weil die Rezeptur die gleiche geblieben ist und das Fleisch seit Generationen frisch von der Metzgerei Sonnenschein kommt. Das wisse er, weil er natürlich ab und zu probiere, was er verkauft, sagt er lachend. Auch wenn er den Currywurst-Verzehr ein bisschen zurückgenommen habe.

Die Menschen im Stadtteil kennen sich untereinander. Das sei das Dorffeeling in Ronsdorf. „Der Laden hatte immer einen Kultstatus hier in Ronsdorf, und zum Glück haben wir den auch behalten“, sagt Athanasios Timpas zufrieden. Viele Kunden sind Stammkunden. „Es entstehen auch Freundschaften“, so Timpas. Wenn man sich draußen beim Kaffee treffe, dann trinke man auch schon mal einen Kaffee zusammen. Zur Geburt seiner Kinder hätten einige Kunden sogar Babygeschenke vorbeigebracht. Auch in der Weihnachtszeit gibt es ab und zu mal Schokolade für den Nachwuchs. Über diese Aufmerksamkeiten freut sich Athanasios Timpas sehr.

Er berichtet von Kunden, die jede Woche kommen. Andere, die weggezogen sind, verbinden etwa einen Arztbesuch in Ronsdorf gerne mit einer Currywurst. Manche Stammkunden kennen sogar noch die Familie Fischer, die den Laden vor rund 60 Jahren eröffnete. Dann berichteten sie von den Vorgängern und schwelgten in Erinnerungen, wie sie damals schon mit Oma und Opa oder Mutter und Vater an der Lüttringhauser Straße eine Tüte Pommes gekauft haben.

Der Laden hatte immer einen Kultstatus hier in Ronsdorf, und zum Glück haben wir den auch behalten.

Inhaber Athanasios Timpas

Der eine oder andere Kunde verharrt gerne vor dem Imbiss. Nutzt die Zeit, in der er auf die Bestellung wartet, um einen Plausch mit Athanasios Timpas zu halten. Auch beim Verzehr bleiben einige vor Ort, erzählen, was sie gerade so beschäftigt. „Manche öffnen sich und erzählen Privates, da sind manchmal auch ziemlich harte Sachen dabei“, berichtet Timpas. Er versuche zu helfen, was aber manchmal schwierig sei. Ein offenes Ohr hat er für seine Kunden aber immer. Oftmals reiche schon ein einfaches „Wie geht‘s dir“, damit die Leute sich öffnen und sich gesehen fühlen.

Coronabedingt läuft seit zwei Jahren alles ein bisschen anders als in den vergangenen Jahrzehnten. Da die Kunden ihre Speisen aktuell noch nicht im Laden verspeisen dürfen, ist der Austausch mit ihnen ein wenig eingeschränkt. „Früher waren die Leute im Laden, da hatte man viel mehr Zeit“, erinnert sich Timpas. Ab dem 20. März könnte nun aber ein Stück Normalität für den Imbiss und seine Kunden wiederkehren. Wenn die Corona-Schutzmaßnahmen es erlauben, möchte Timpas das Ladenlokal für Kunden wieder öffnen.

Athanasios Timpas arbeitet seit 2004 in dem kleinen Imbiss. Damals hatten seine Eltern den Betrieb übernommen. Nur vier Jahre später wurde er Inhaber. Die Familie hilft weiter aus. Unter der Woche ist der Imbiss täglich von 11 bis 20.30 Uhr geöffnet. Samstags von 11 bis 15.30 Uhr. Der Inhaber und Familienvater ist von morgens bis abends im Imbiss anzutreffen. „Sechs Tage die Woche, mit wenig Urlaub“, beschreibt er seinen Arbeitsalltag. Doch wenn er dann Urlaub macht, dann wird der Imbiss auch vorübergehend geschlossen – damit er abschalten und für seine zwei Töchter da sein könne, erklärt er.

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