Evangelisches Krankenhaus

In Mettmann entsteht ein Traumazentrum

Oberarzt Robin Fritzemeier im neu ausgestatteten Schockraum. Foto: teph
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Oberarzt Robin Fritzemeier im neu ausgestatteten Schockraum.

Zertifikat für Evangelisches Krankenhaus

Von Sandra Grünwald

Mettmann Mit Blaulicht fährt der Rettungswagen beim Evangelischen Krankenhaus (EVK) Mettmann vor. Nach einem Unfall im Neandertal wird ein kaum ansprechbarer Motorradfahrer gebracht. Seine erste Station im Krankenhaus ist der Schockraum. Dort kümmern sich elf Personen aus mehreren medizinischen Fachrichtungen nach Vorankündigung um den Verletzten.

Im Schockraum werden in so einem Fall die Weichen im Traumazentrum, für das das EVK Mettmann nun ein wichtiges Zertifikat erworben hat, gestellt. Vor drei Jahren wurde Krankenhaus als lokales Traumazentrum zertifiziert. In diesem Jahr wäre eine Erneuerung nötig gewesen. Doch warum lokal, wenn es auch regional geht? Das EVK nahm die Herausforderung an, die die Anforderungen an ein regionales Traumazentrum mit sich bringen. „Es geht um die Versorgung schwerstverletzter Patienten“, betont Geschäftsführerin Jessica Llerondi Pulido. Deshalb hat das EVK in die Struktur und in Personal investiert. „Es war viel Arbeit“, betont Stefanie Wiesebach, Leitung des Qualitäts- und Risikomanagements.

Übungen im Schockraum, Verfügbarkeit auch nachts

Unter Federführung von Oberarzt Dr. Claus-Robin Fritzemeier wurden Prozesse optimiert, Maßnahmen und Leitlinien verfasst, Fragebögen beantwortet und der Anforderungskatalog bearbeitet. „Es ging darum, die Abläufe im Schockraum zu optimieren“, erklärt Dr. Fritzemeier von der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie. Also wurden regelmäßige Schockraum-Trainings durchgeführt.

Eine weitere Voraussetzung für die Zertifizierung war eine Aufrüstung des Schockraums. „Als regionales Traumazentrum muss unser Schockraum, der interdisziplinäre Eingriffsraum für die klinische Erstversorgung der Schwerverletzten, eine andere, erweiterte Ausstattung haben. Beispielsweise ein Überdruckinfusionsgerät, ein Wärmegerät für Blutkonserven oder auch einen speziellen Bohrer zum Öffnen der Schädelplatte.“

Wichtig sei, dass die Abteilungen Hand in Hand arbeiten. „So dass keine Informationen verlorengehen.“ Ebenfalls überprüft wurde, ob die Qualitätsstandards auch nachts eingehalten werden.

Am Ende war das EVK mit seinen Bemühungen erfolgreich und wurde als regionales Traumazentrum zertifiziert. Das bedeutet, es ist nun Teil des Traumanetzwerkes Bergisches Land, das zurzeit aus zwei überregionalen, vier regionalen sowie acht lokalen Traumazentren besteht.

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